Ratgeber Rürup-Rentenversicherung
100% kostenlos
Hier können Sie sich über folgende Themen informieren:
- Das Nischenprodukt und seine Zielgruppe
- Staatliche Förderung
- Nachteile
- Darauf sollten Sie achten
- Warum vergleichen unerlässlich ist
___________________________________________________________________________
Das Nischenprodukt und seine Zielgruppe
Die Rürup-Rente ist ein recht kompliziertes Produkt und hat keine breite Zielgruppe, wie die Riester-Rente beispielsweise. So ist sie hauptsächlich für diejenigen sinnvoll, die nicht „riestern“ können oder die eine hohe Einmalzahlung verrenten lassen wollen. Es ist also nur als Sonderfall der privaten Rentenversicherung zu betrachten und nicht als Alternative zur Riester Rentenversicherung.
Man unterscheidet die klassische Rürup Rentenversicherung, welche die Beiträge hauptsächlich in sichere Zinspapiere anlegt, und die fondsgebunden Variante, bei welcher der Sparer zwar eine höhere Rendite erzielen kann, grundsätzlich aber auch das Verlustrisiko trägt, falls sich die Fonds negativ entwickeln. Als Alternativlösung gibt es auch Hybridversicherungen, die nur einen Teil der Beiträge in Fonds anlegen, die eingezahlten Beiträge für die Rente garantieren und darüber hinaus die Rente mit einem monatlichen Bonus in Form der erwirtschafteten Kapitalerträge aufstocken.
Eine Rürup-Rente ist ALG II-sicher.
Hier gibt es keine Zulagen, wie bei der Riester-Rente. Auch gibt es keine Förderung von Familien mit Kindern oder Wohn-Riester bei der Rürup-Rentenversicherung. Die staatliche Förderung besteht nur in steuerlichen Vergünstigungen, abhängig vom persönlichen Steuersatz. Die Beiträge zur Rürup-Rente können als Sonderausgaben von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Wie viel abgesetzt werden kann, richtet sich nach einem Prozentsatz, der jährlich 2 Prozent steigt (2009 sind es 68 Prozent). 2025 soll er dann 100 Prozent erreichen, sodass dann alle Beiträge steuerfrei sind.
Allerdings gibt es auch eine Obergrenze dessen, was steuerlich geltend gemacht werden darf: Die Höchstsumme beträgt 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Verheiratete.
Steuerpflichtig werden dann die Auszahlungen im Rentenalter. Sie sind jedoch erst bei Rentenantritt ab dem Jahr 2040 voll zu versteuern.
Sozialabgaben müssen bei Einzahlung geleistet werden. Die Rentenzahlungen sind hingegen nicht sozialversicherungspflichtig.
Nachteile
An das Angesparte kommt man frühestens zum 60. Lebensjahr heran. Eine frühere Entnahme ist nicht möglich. Sie muss als lebenslange Rente ausgezahlt werden.
Die Rürup Rentenversicherungspolice kann weder beliehen, noch verschenkt, verkauft, vererbt oder verpfändet werden. Eine Kündigung nicht zu empfehlen. Besser ist es, Sie lassen sich beitragsfrei stellen. Dies können Sie allerdings erst dann veranlassen, wenn Sie bereits soviel angespart haben, dass hieraus eine Mindestrente gezahlt werden kann. Setzt der Sparer seine Beitragszahlung schon vorher aus, geht das gesamte Angesparte verloren. Allerdings ist es zulässig, flexibel einzuzahlen. Es gibt keine Mindestbeträge und man kann selbst festlegen, in welchem Intervall die Beiträge fließen sollen (monatlich, quartalsweise etc.). Als Lösung bei Zahlungsschwierigkeiten empfiehlt es sich also, zunächst die Betragshöhe nach unten zu korrigieren.
Wer eine Extra-Zahlung bspw. zum Jahresende vornehmen möchte, kann dies ebenfalls tun.
Wenn keine anderweitigen Vorkehrungen getroffen wurden, geht das angesparte Kapital im Falle des Todes des Versicherungsnehmers verloren. Denn es handelt sich hierbei um eine Leibrente.
Anders als bei der Riester-Rente gibt es hier keinen so genannten Unisex-Tarif. Das heißt, dass sich die geschlechterspezifische Lebenserwartung in den Beiträgen wiederspiegelt.
Hauptsächlich lohnt sich die Rürup-Rente für den verhältnismäßig kleinen Kreis der Selbstständigen und Vermögenden.
Bezüglich der Beitragszahlung empfiehlt es sich, eine jährliche Fälligkeit zu wählen, denn bei einer monatlichen fallen Gebühren an.
Auch die dynamische Ratenzahlung sollten Sie besser nicht vereinbaren. Hier werden zunächst niedrigere Raten gezahlt, die sich mit der Zeit erhöhen. Diese Variante ist kostspielig und lässt die spätere Rentenleistung schlecht überblicken.
Wenn Sie einmal mit Ihren Beiträgen in Zahlungsschwierigkeiten kommen, kündigen Sie nicht, sondern lassen Sie sich beitragsfrei stellen.
Wenn Sie lieber eine höhere Rendite wünschen und eine fondsgebundenen Rürup Rentenversicherung in Auge fassen, bedenken Sie, dass Sie das finanzielle Risiko tragen. Es gibt hier keine Beitragsgarantie, wie beim „Riestern“. Man geht davon aus, dass eine lange Laufzeit bei der Fondsgebundenen das Verlustrisiko etwas ausgleicht. Erkundigen Sie sich über die mögliche Kombination mit Garantieen bzw. das Nutzen von Garantiefonds.
Behalten Sie also immer Ihre Absicherung im Blick. Die Höhe der späteren Rentenzahlungen lässt sich nur schwer abschätzen.
Achten Sie in jedem Fall vor Abschluss darauf, ob der Vertrag einen Anbieterwechsel erlaubt. Laut Gesetz ist das Versicherungsunternehmen nämlich nicht dazu verpflichtet. Wenn Sie wechseln dürfen, sind die damit verbundenen Kosten interessant. Die Höhe der Kosten ist nämlich ebenfalls nicht gesetzlich fixiert.
Verträge die ab 2012 geschlossen werden, haben statt des bisherigen frühestmöglichen Renteneintrittsalters von 60 Jahren fortan 62 Jahre als frühesten Leistungsbeginn festgesetzt.
Warum vergleichen unerlässlich ist
Wenn die Rürup-Rentenversicherung für Sie infrage kommt, vergleichen Sie! Zum Teil gibt es unter den Anbietern gravierende Unterschiede in den berechneten Renten! Auch die Überschussbeteiligungen variieren, je nachdem, wie erfolgreich die Gesellschaft am Kapitalmarkt gewirtschaftet hat. Gerade weil es wichtig ist, wie viel der Versicherte im Rentenalter wirklich zur Verfügung hat, lohnt der Vergleich in Sachen zu erwartende Rendite. Je höher die Überschüsse sind, desto besser. Aber wie kann man sich vergewissern, dass diejenigen, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, auch in der Zukunft die besten Renditen bringen?
Fakt ist, dass die Erkenntnisse der Vergangenheit nicht zwingend für eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft garantieren. Aber sie sind nicht ganz unerheblich. Wenn das Versicherungsunternehmen über Jahre hinweg Überschüsse auf einem zufriedenstellenden Niveau erwirtschaftetet, zeigt es zumindest, dass die Anlagestrategie die richtige war. Steigerten sie sich, um so besser. Blieben sie jedoch lange niedriger als die der Konkurrenten, kann hier ein Rückschluss auf die mangelnde Konkurrenzfähigkeit der Anlagestrategie geschlossen werden.
Als sicherere Methode Anbieter zu beurteilen, erweist es sich, Expertenanalysen einzusehen. So haben beispielsweise Stiftung Warentest oder Analystenhäuser die Anbieter unter die Lupe genommen. Letztere untersuchen nach betriebswirtschaftlichen Aspekten wie Finanzkraft und Sicherheiten, was in wirtschaftlich schweren Zeiten entscheidend sein kann.
Außerdem sollten Sie sich nur dann für einen Anbieter entscheiden, wenn Sie anhand Ihrer persönlichen Situation Angebote verglichen haben. Hier warten erhebliche Unterschiede.
Rürup Rentenversicherung
Ist die Rürup-Rente eine Alternative zur Riester-Rente?
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente am meisten?
Fördert der Staat auch die Rürup-Rente?
