Opfer-Entschädigung durch Versicherung nach Klärung der Schuld
Die Todesopfer der Love Parade belaufen sich inzwischen auf 21 Menschen. Ob die Haftpflicht-Versicherung des Veranstalters für die Schäden dieser Katastrophe aufkommen muss, stellt sich erst nach Klärung der Schuldfrage heraus.
Nur ein paar Tage später sind aus den 19 Opfern der Love Parade schon 21 Opfer geworden. Die Hinterbliebenen der Opfer ebenso wie die vielen Verletzten wenigstens finanziell zu entschädigen, ist nun Aufgabe der Versicherung. Doch dazu muss erst der Schuldige an dieser Katastrophe gefunden werden. Seit Tagen werden nun schon die Schuldzuweisungen hin und her geschoben. Der Oberbürgermeister der Stadt Adolf Sauerland bestreitet die Schuld, er habe die Genehmigung der Veranstaltung nicht mal unterzeichnet, da er für so etwas nicht zuständig sei. Andere geben dem Veranstalter die Schuld an der Misere, schließlich war das Gelände für so viele Menschen nicht ausgelegt. Nebenher wird auch die Polizei beschuldigt die Massenpanik hervorgerufen zu haben. Heute reicht es den Duisburgern und Duisburgerinnen und sie haben zu einer Protest-Demonstration vor dem Rathaus der Stadt aufgerufen. Leider wird dies den Opfern nicht viel bringen, denn bevor die Schuldfrage nicht endgültig geklärt wurde, zahlt niemand.
Bei den Versicherern wird neben der strafrechtlichen Ermittlung versucht zu klären, was man sonst für die Opfer jetzt schon tun kann. Aber selbst wenn der Veranstalter Schuld bekommt und seine Haftpflichtversicherung für die Personen- und Sachschäden aufkommen muss, ist die Deckungssumme von 7,5 Millionen Euro viel zu niedrig angesetzt. Im Vergleich: Allein die Privathaftpflichtversicherung wird im Regelfall bereits über 5 Millionen Euro für einen Personenschaden angesetzt. Versichert sind über diese Police Kosten aus ärztlicher Behandlung, Betreuung, Beerdigung, sogar bis hin zu Verlusten von kleineren Gegenständen wie Schuhen, Taschen usw. Wer von den Besuchern Anspruch hat und wer nicht, ist der Versicherung nicht klar und deshalb müssen Betroffene selbst die Initiative ergreifen und ihren Schadensfall melden. Sollte die Deckungssumme nicht reichen, und das wird wohl der Fall sein, dann muss die Lopavent GmbH, Veranstalter der Love Parade, mit ihrem Gesellschaftsvermögen ebenfalls für die Schäden aufkommen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit der Verweigerung der Zahlung durch die Versicherung. Falls sich herausstellt, dass der Veranstalter mehr Menschen auf das Gelände gelassen hat, als vereinbart war, hat er damit Vertragsbruch begangen.
Wird die Stadt der Schuldigkeit überführt, wird wohl der kommunale Schadensausgleich die Opfer entschädigen. Erwartet man allerdings ein Entgegenkommen der Stadt mit Sofort-Hilfs-Fonds oder dergleichen wird man wohl lange warten müssen, denn die Stadt ist hoch verschuldet und kann sich dies gar nicht leisten. Unterstützung wird wohl eher in Form von psychologischer Betreuung erfolgen.
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