Ratgeber Private Rentenversicherung
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Hier können Sie sich über folgende Themen informieren:
- Welches Produkt ist das richtige?
- Nachteile
- Vorteile
- Der Blick in die Zukunft
- Was passiert wenn...?
- Was Sie beachten sollten
- Achtung vor dem Wort „Garantie“
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Welches Produkt ist das richtige?
Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen Sofortrente und aufgeschobener Rente.
Die Sofortrente ist, wie der Name vermuten lässt, eine sofortige Rentenleistung, die Sie nach der einmaligen Einzahlung einer Summe bekommen. Sie wird jedem gewährt und es gibt keine Gesundheitsprüfung. Die Aufgeschobene hingegen ist die klassische Variante. Hier basiert die Rente auf den jahrelang eingezahlten Beiträgen und wird dann inklusive der Erträge lebenslang verrentet.
Wenn Sie sich noch unschlüssig sein sollten, ob Sie die Auszahlung wirklich als lebenslange Rente erhalten wollen oder vielleicht eine Einmalzahlung bevorzugen, können Sie auch die aufgeschobene Rente mit Wahlrecht abschließen. Hier haben Sie bei Eintritt in das Rentenalter die Wahl der Auszahlungsform. Ist das Wahlrecht nicht vereinbart, muss die Rente als monatliche Zahlung erfolgen.
Einen Haken gibt es jedoch bei der aufgeschobenen Rente: Benötigt der Versicherte noch vor dem Leistungsfall – also vor dem Rentenalter – das Geld, muss er mit erheblichen Verlusten rechnen. Das ist bei der Sofortrente nicht der Fall. Hier muss dem Versicherten die ihm zustehende Rente gezahlt werden.
Entscheidet man sich für eine Ausschüttung durch eine Einmalzahlung, müssen mehr Steuern gezahlt werden. Lief der Vertrag aber mindestens über zwölf Jahre und der Leistungsfall trat ab 60 Jahren ein, findet das so genannte Halbeinkünfteverfahren Anwendung.
Aber auch die Sofortrente hat Haken. Zum einen kann es sein, dass eine Mindestsumme aufgerufen wird, die eingezahlt werden muss, um verrentbar zu sein. Zum anderen muss man erst einmal eine große Summe Geldes zur Verfügung haben, um diese einzuzahlen, beispielsweise durch eine Erbschaft oder eine ausgezahlte Lebensversicherung. Je kleiner die Summe, desto kleiner die Rente. Außerdem gilt: Je später die Verrentung einsetzt, desto größer fallen die monatlichen Rentenzahlungen aus. Denn angesetzt wird die Lebenserwartung bei Eintritt.
Die private Rentenversicherung ist eine Altersvorsorge, die mehr auf Sicherheit baut, als auf Rendite. Sie lässt sich dafür gut mit anderen anderen Altersvorsorgeprodukten kombinieren, die beispielsweise höhere Erträge in Aussicht stellen, aber eher risikobehaftet sind. Auch lohnt eine Kombination mit der Riester-Rentenversicherung bzw. Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge, denn im Gegensatz zu ihnen ist die private Rentenversicherung nicht staatlich gefördert.
Hier sind Sie zudem weniger flexibel. Ein Ausstieg ist nicht unkompliziert und außerdem teuer. Daher empfiehlt sich nicht, die private Rentenversicherung in jungen Jahren abzuschließen. Denn Sie binden sich mit dieser Versicherung fest und sollten Einzahlungen regelmäßig vornehmen. Fließen mal die Beiträge nicht, müssen sie schnell wieder ausgeglichen werden. Hier sollte eher zu Fondsinvestments gegriffen werden.
Häufig ist die Rede von einem Garantiezins von rund 2 Prozent. Hier handelt es sich aber nicht um einen Realzins. Die Beiträge der ersten 2 Jahre stellen nämlich die Verwaltungskosten und Provision für den Vermittler. Somit wird der „Garantiezins“ nur auf die späteren Einzahlungen angewandt und nur rund 80 Prozent der Beiträge werden angelegt.
Eine private Rentenversicherung rechnet sich zudem meist nur im höheren Alter. Im Prinzip gilt: Schwarze Zahlen schreibt man erst nach einigen Jahren Rente. Stirbt der Versicherte bald nach Erreichen des Rentenalters, gewinnt die Versicherung. Hier gibt es einige Interessante Rechnungen, die aufzeigen, wann sich eine private Rentenversicherung rentiert. Dieser Zeitpunkt hängt hauptsächlich davon ab, wie erfolgreich das Versicherungsunternehmen Kapital anlegt und dementsprechend von der Höhe der Überschüsse, aber auch vom Geschlecht des Versicherten.
Die private Rente ist auch keine gute Absicherungsmöglichkeit für Familienangehörige. Wem die Hinterbliebenensicherung wichtig ist, sollte zusätzlich eine Risikolebensversicherung erwägen. Sonst gäbe es nur noch die Alternative, die Rentengarantiezeit auf 10 Jahre zu vereinbaren, was mit keinen hohen Kosten verbunden wäre.
Allgemein kann also gesagt werden, dass sich die private Rentenversicherung insbesondere für diejenigen lohnt, die ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben, die bspw. kurz vor der Rente stehen und eine hohe Einmalzahlung günstig verrenten lassen wollen bzw. für all diejenigen, denen kaum andere Möglichkeiten der Altersvorsorge offen stehen.
Den schlechten Renditen ist entgegenzusetzen, dass auch ein Teil der Beiträge am Kapitalmarkt angelegt werden kann. Dadurch lässt sich der Ertrag etwas steigern.
Außerdem entfallen nur sehr wenig Steuern auf die private Rente. Das liegt daran, dass die Beiträge aus dem Nettoeinkommen gezahlt werden. Daher sind sie also schon versteuert worden. Zum Zeitpunkt der Auszahlung entfallen die Steuern dann auch nur auf die Erträge.
Die Höhe des Steuersatzes ist allerdings nicht immer gleich. Er hängt davon ab, wann der Leistungsfall eintritt. Mit 50 Jahren liegt er bei 30 Prozent und sinkt jedes zusätzliche Jahr, in welchem man die Rentenleistung noch nicht in Anspruch nimmt, um ein Prozent. Geht man also beispielsweise mit 65 Jahren in Rente, müssen 18 % versteuert werden. Bei einer Inanspruchnahme mit 69 oder 70 Jahren liegt der Steuersatz bei 15 Prozent. Mit diesem Alter ist das Minimum des Steuersatzes erreicht.
Von der private Rente müssen im Übrigen keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bezahlt werden.
Woher weiß ich, welche Versicherungsgesellschaft mir die besseren Renditen beschert? Natürlich ist jeder daran interessiert, möglichst hohe Überschüsse zu erhalten. Bekannt ist, dass diese von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Aber um sicher zu wissen, ob diejenigen, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, auch in der Zukunft die besten Renditen bringen, kann wahrscheinlich nur ein Blick in eine Kristallkugel verraten.
Fakt ist, dass die Erkenntnisse der Vergangenheit nicht zwingend für eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft garantieren. Aber sie sind nicht ganz unerheblich. Wenn das Versicherungsunternehmen über Jahre hinweg Überschüsse auf einem zufriedenstellendem Niveau erwirtschafteten, zeigt es zumindest, dass die Anlagestrategie die richtige war. Steigerten sie sich, um so besser. Blieben sie jedoch lange niedriger als die der Konkurrenten, kann hier ein Rückschluss auf die mangelnde Konkurrenzfähigkeit der Anlagestrategie geschlossen werden.
Als sicherere Methode Anbieter zu beurteilen, erweist es sich, Expertenanalysen einzusehen. So haben beispielsweise Stiftung Warentest oder Analystenhäuser die Anbieter unter die Lupe genommen. Letztere untersuchen nach betriebswirtschaftlichen Aspekten wie Finanzkraft und Sicherheiten, was in wirtschaftlich schweren Zeiten entscheidend sein kann.
Außerdem sollten Sie sich nur dann für einen Anbieter entscheiden, wenn Sie anhand Ihrer persönlichen Situation Angebote verglichen haben. Hier warten erhebliche Unterschiede.
Auch der Todesfall kann geregelt werden. Das, was einmal eingezahlt wurde, kommt im Todesfall den Angehörigen zu Gute. Stirbt der Versicherugsnehmer kurz nach Abschluss des Vertrages, ist die Summe, die den Hinterbliebenen ausgezahlt würde, konsequenterweise noch sehr klein. Stirbt er nach dem Versicherungsfall, also im Rentenalter, fließt seine Rente für die vereinbarte Zeit (Garantiezeit) an seine Angehörigen.
In der Sofortrente gibt es die Möglichkeit der Garantielaufzeit und der Beitragsrückgewähr ebenfalls. Letztere wirkt sich zwar positiv auf die Hinterbliebenen aus, ist aber finanziell für den Versicherten eher negativ. Denn er muss auf einen Teil dessen, was normalerweise ausgezahlt würde, verzichten. Dieser wird separat für die Erben angelegt. Der Versicherte bekommt ihn nie zu sehen. Sterben Versicherte ohne Hinterbliebenenschutz, so wird der nicht verzehrte Rententeil unter alle anderen Versicherten verteilt.
Es empfiehlt sich, zur Absicherung von Angehörigen eher eine Kapital- oder Risikolebensversicherung abzuschließen.
Es empfiehlt sich, eine jährliche Beitragszahlung zu wählen, denn bei einer monatlichen werden Gebühren fällig.
Bei der Auszahlung sollte eine volldynamische Überschusszuteilung vereinbart werden. Dann sind Rentenkürzungen nämlich nicht möglich. Die Rente beginnt etwas niedriger und kann dann steigen – aber wird nie sinken, was bei den anderen Formen möglich ist.
Nicht wählen sollten Sie hingegen die dynamische Ratenzahlung. Hier werden zunächst niedrigere Beiträge gezahlt, die sich mit der Zeit erhöhen. Diese Variante ist kostspielig und lässt die spätere Rentenleistung schlecht überblicken.
Außerdem sollten Sie die Anbieter unbedingt vergleichen und dabei insbesondere auf errechnete Rente achten, die Ihnen bei Eintritt zustünde. Je nach Versicherungsunternehmen variieren die berechneten Renten stark. Dabei zählt gerade das, was unterm Strich steht.
Achtung vor dem Wort „Garantie“
In der Versicherungsterminologie muss Garantie nicht zwangsläufig hundertprozentige Sicherheit bedeuten. Ein Garantiezins, wie in diesem Fall auch, meint nicht die kontinuierliche, garantierte Verzinsung zu bspw. 2,5 Prozent. Zum einen wird der Garantiezins jedes Jahr neu festgelegt. Zum anderen kann es Ihnen im hohen Alter passieren, dass Ihre Rente geringer ausfällt – nämlich dann, wenn Sie älter werden, als die statistische Lebenserwartung prognostiziert hat.
Private Rentenversicherung
Wie sicher ist diese Form der Altersvorsorge? Ist sie risikobehaftet?
Was bedeutet Sofortrente?
Was heißt aufgeschobene Rente?
