Auf ins Studenten-Leben: Welche Versicherungen brauche ich?
100% kostenlos
Mit dem Beginn des Studiums beginnt ein neues Leben! Die Bewerbung um einen Studienplatz, die Immatrikulation, der Umzug, die ersten Vorlesungen, neue Leute, Partys... Über all die neuen Inputs und die Organisation des Studenten-Daseins verliert man gern einige Dinge aus dem Auge – besonders diejenigen, um welche sich die lieben Eltern bislang immer gekümmert haben. Versicherungen gehören zu dieser gern vernachlässigten Gruppe. Doch sie sind äußerst wichtig, damit kleine Missgeschicke nicht all das zerstören, was man sich gerade mühsam aufbauen möchte.
1. Krankenversicherung
2. Privathaftpflichtversicherung
3. Hausratversicherung
4. Unfallversicherung
5. Auslandsstudium
6. Berufsunfähigkeitsversicherung
Den Ratgeber als pdf-Datei zum Download erhalten Sie hier:
Auf ins Studentenleben - Versicherungsbedarf.pdf
1. Krankenversicherung
Die in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversicherten Studenten sind bis zum 25. Lebensjahr kostenlos bei den Eltern mitversichert. Dauert das Studium voraussichtlich noch ein paar Jahre länger oder steht man vielleicht sogar vor dem Ende der Familienversicherung, dann sollte man sich überlegen, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Da gibt es günstige Studententarife, welche die bekannten Vorzüge des Privatpatient-Seins bieten. Mehr Informationen darüber, wann sich ein Wechsel für Studenten lohnt, und welche Fristen man dafür einhalten muss, gibt es im Ratgeber „Wie und wann wechselt man“.
2. Privathaftpflichtversicherung
Diese Versicherung ist so ziemlich die wichtigste, die es gibt. Wer keine Haftpflichtpolice hat, riskiert Kopf und Kragen. Es ist ganz wichtig, die Eltern zu fragen, unter welchen Umständen man nicht mehr in ihrer Police mit versichert ist. Einige bieten nur Schutz bis zum Einstieg ins Berufsleben, einige bieten wieder Schutz, wenn ein Studium nach einer Berufstätigkeit aufgenommen wurde, bei manchen zählen Altersgrenzen und der Fakt, ob man noch zu Hause wohnt oder nicht. Wer nicht mehr kostenlos über die Eltern versichert ist, sollte sich dringendst eine eigene Police besorgen. Schädigt man jemanden, wenn auch völlig unabsichtlich, so ist man zum vollständigen Ersatz des Schadens verpflichtet. Dazu kann eine zerbrochene Vase beim Umzug einer Freundin zählen, aber auch ein Personenschaden beim Radfahren im Kneipenviertel. Die Haftpflichtversicherung gilt zu jederzeit und weltweit.
3. Hausratversicherung
In der Regel sind Studenten noch in der Hausratversicherung der Eltern mitversichert. Das gilt aber nur so lange, wie sie auch noch im Haushalt der Erziehungsberechtigten wohnhaft sind. Sobald die Entscheidung für eine eigene Wohnung, WG oder das Wohnheim gefallen ist, muss auch eine eigene Hausratversicherung her - wenn es sich nicht um die Erstausbildung handelt und der Erstwohnsitz nicht mehr bei den Eltern liegt. In der Regel ist der vorübergehend "ausgelagerte" Hausrat aber nur mit 10 Prozent der Versicherungssumme abgesichert. Besonders wichtig wird die Versicherung, sobald man z.B. einen Laptop und Plasma sein Eigen nennt, wenn die Waschmaschine schon einige Jährchen auf dem Buckel hat oder wenn Einbrüche im Viertel keine Seltenheit darstellen, weil man sich die gediegenere Wohngegend noch nicht leisten kann.
4. Unfallversicherung
Studenten stehen noch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Diese ist aber oft unzureichend, da sie lediglich den Hin- und Rückweg zur Uni und den Aufenthalt dort absichert. Daher ist eine private Unfallversicherung dringend anzuraten. Sie gilt rund um die Uhr und i.d.R. weltweit. Außerdem ist sie nicht nur auf die sogenannte Ausbildungsstätte beschränkt, sondern greift auch bei Unfällen in der Freizeit. So ist der Student vor den finanziellen und beruflichen Folgen eines Unfalls umfassender abgesichert.
5. Auslandsstudium
Wer ins Auslandssemester geht, braucht eine Auslandskrankenversicherung. Selbst die Krankenkassen raten hierzu, auch wenn eigentlich die Krankenversicherten-Karte oder der Auslandskrankenschein im jeweiligen Land gilt. Der Schutz reicht einfach nicht aus.
Zudem sollte man spätestens jetzt eine private Unfallversicherung abschließen. Sie gilt immer und weltweit. Denn auch wenn man über die gesetzliche Unfallversicherung in der Partner-Uni versichert ist und ja auch daheim versichert war, gilt zum einen, dass die Reise zur Uni im Ausland nicht als Wegeunfall gilt und zum anderen, dass die meisten Unfälle immer noch in der Freizeit geschehen. Weil der neue Studienort zunächst noch neu ist, ist man an die anderen oder neuen Gefahren noch nicht gewöhnt.
Die Hausratversicherung schützt über die Außendeckung den Hausrat, der mit auf die Reise geht. Kauft man sich dort etwas, wird das nicht vom Versicherungsschutz umfasst. Man sollte darüber hinaus auch an die Wohnung denken, die man zurück lässt. Gibt es jemanden, der regelmäßig nach dem Rechten sieht?
Weitere Infos zum Versicherungsschutz bei Auslandsaufenthalten finden sich im Ratgeber „Sommer, Sonne … Versicherungsschein!“
6. Berufsunfähigkeitsversicherung
Ein Schutz im Falle einer Berufsunfähigkeit ist sehr wichtig. 43 % aller männlichen und 38 % aller weiblichen Berufseinsteiger werden im Laufe ihres Arbeitslebens berufsunfähig. Weil man später höhere Beiträge zahlen muss oder nur schwer an eine Police kommt, wenn schon die ersten ernsten Erkrankungen ins Haus stehen, sollte man möglichst früh damit anfangen. Da aber in der Regel während der Studienzeit nur bis zu einer Höchstrente versichert werden kann, sollte man unbedingt auch eine Nachversicherungsmöglichkeit bestehen.
Kommentare zu diesem Beitrag lesen und schreiben 
Beiträge aus der Kategorie Studenten-Krankenversicherung > Wichtiges > per E-Mail abonnieren:
Studenten-Krankenversicherung
Warum sollte man bereits vor dem Studium über seine Krankenversicherung nachdenken?
Warum und wie muss man den Wechsel in die PKV beantragen?
Gibt es einen Studentenrabatt in GKV und PKV?
