Deutsche haben bessere Meinung über private Krankenversicherung

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Ob Zusatzbeiträge oder schlechte Leistungen – die Deutschen zeigen sich einer Emnid-Umfrage zufolge zufrieden mit der privaten und unzufrieden mit der gesetzlichen Krankenversicherung.

Diesen Artikel im Download erhalten Sie hier:
Bessere Meinung über die private Krankenversicherung.pdf

Lesen Sie hier über folgende Themen:


Umfrage 2010

Das Emnid-Institut hat im Mai 2010 eine Studie über die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer Krankenversicherung erhoben. Demnach sind die meisten privat Versicherten zufrieden mit den Leistungen ihrer privaten Krankenversicherung. Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse sehen hingegen mehr Probleme in ihrer Versorgung sowie in der Finanzierung des Gesundheitssystems.


Im Allgemeinen recht zufrieden

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Zwar waren rund 90% der befragten gesetzlich und privat Krankenversicherten mit ihrer Krankenversiche­rung im Allgemeinen zufrieden.

Doch in separaten Betrachtung bejahten deutlich mehr privat Versicherte die Aussage. Aktuell wäre der Unterschied sicherlich noch gravierender, denn zum Zeitpunkt der Umfrage mussten nur wenige Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben. In den folgenden Monaten wuchs neben der Zahl der in Finanznot geratenen Kassen auch der Frust unter den Versicherten.



Im Krankheitsfall besser privat

Diagramm 2 Meinungen.jpg
Bei der nächsten Frage waren die beide Versicherten-Gruppen mehrheitlich einer Meinung, denn auch 37% der gesetzlich Versicherten sahen eine bessere Absicherung in der PKV.
Die gegenteilige Auffassung vertraten nur 21%.
Die privat Versicherten hingegen sagten mit deutlicher Mehrheit (zu rund 80%), dass die Absicherung in ihrem Krankenversicherungssystem besser wäre, als in der GKV. Anderer Meinung waren nur 3%.


Hervorragende Leistungen

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Die PKV biete hervorragende Leistungen, sagten 54% der Befragten. 21% nannten an dieser Stelle die GKV.

Der klare Vorsprung der PKV lässt sich durch den lückenlosen Leistungs-Katalog der privaten Krankenversicherung erklären, aus welchem die Versicherten genau die Leistungen auswählen können, die Ihnen wichtig sind. Mitglieder einer Krankenkasse erhalten hingegen generell nur Leistungen für das medizinisch Notwendige. Mehr über die unterschiedlichen Leistungen der GKV und PKV erfahren Sie hier.


Bürokratische Krankenkassen

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Mehrheitlich waren die Befragten der Ansicht, die gesetzliche Krankenversicherung wäre bürokratisch. 61% teilten diese Einschätzung.

Weitaus weniger Befragte sahen zu viel Papierkram bei der privaten Krankenversicherung.


Versicherte werden bevormundet

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Ebenfalls die Mehrheit der Befragten empfand eine gewissen Bevormundung seitens der gesetzlichen Krankenversicherung. 45% gaben dies an.

24% der Versicherten waren hingegen der Auffassung, die private Krankenversicherung würde ihre Versicherten bevormunden.


Künftige Leistungskürzung

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Dass die Versicherung ihre Leistungen in der Zukunft wird kürzen müssen, sahen 56% bei der gesetzlichen Krankenversicherung als gegeben. 35% erwarten eine Leistungskürzung bei der Privaten.

Diese Sorge ist jedoch unbegründet, weil private Versicherer einen privat-rechtlichen Vertrag mit ihren Versicherten eingehen. An den definierten Bedingungen können beide Vertragsparteien nicht willkürlich etwas ändern.
Eine Leistungskürzung in der GKV ist jedoch nicht nur bereits in der Vergangenheit mehrfach praktiziert worden, sondern wird auch künftig notwendig sein. Der Grund hierfür liegt in den Finanzierungsproblemen der GKV.


Schwerwiegende Finanzierungsprobleme

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58% der Befragten empfinden schwerwiegende Finanzierungsprobleme bei der gesetzlichen Krankenversicherung, 24% bei der PKV.

Tatsächlich hat das gesamte Gesundheits-Systems mit den Folgen der Bevölkerungsentwicklung (weniger Jüngere, mehr Ältere, bei statistisch höheren Krankheitskosten mit zunehmendem Alter) zu kämpfen. Weil die privaten Versicherer jedoch kapitalgedeckt wirtschaften und Altersrückstellungen gebildet werden, kann die finanzielle Last der demographischen Entwicklung hier weit besser gedämpft werden. Die Versicherten profitieren also zum einen von einem Kapitalstock, der nur ihrer Versorgung zugute kommt und zum anderen vom Zinseszins-Effekt der Altersrückstellungen. In der GKV gibt es so etwas nicht.


Keine Zustimmung für Staatszuschüsse

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Diese Aussage konnten die gesetzlich und privat Krankenversicherten mehrheitlich nicht bejahen.

61% der privat Versicherten und sogar 40% der gesetzlich Versicherten hielten die staatliche Subvention im genannten Ausmaße nicht für richtig. Aber warum ist eine solche Unterstützung überhaupt notwendig?
Die GKV ist im Gegensatz zur kapitalgedeckten PKV umlagefinanziert. Beim Umlageverfahren werden die Beitragseinnahmen sofort an all diejenigen weitergegeben, die gerade Leistungen ihrer Krankenversicherung beziehen. Das ist problematisch, weil die GKV von der Hand in den Mund wirtschaftet. Es kommt jedoch immer weniger Geld ein als ausgegeben wird. Jeder wird verstehen, dass dies so nicht funktionieren kann. Weil jedoch an unserem Gesundheitssystem festgehalten wird, muss es staatlich mit Steuergeldern bezuschusst werden. Doch weil auch dieses nicht ausreicht, werden immer wieder Beitragserhöhungen nötig, wie auch 2011 auf 15,5%. Doch auch damit werden einige Krankenkassen nicht auskommen, und so werden nach wie vor Zusatzbeiträge ein notwendiges Übel bleiben.


Rücklagenbildung als Vorsorge

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Dass jede Generation für ihre eigenen Gesundheits­kosten im Alter aufkommen sollte und hierfür Rücklagen gebildet werden müssen, damit spätere Generationen nicht hiermit belastet werden, finden 57% der gesetzlich Krankenversicherten richtig.
Auch 78% der privat Krankenversicherten teilen diese Auffassung.
Dass die Mehrheit der Befragten diese Einstellung hat, ist sehr positiv. Die Aussage spielt auf den Generationenvertrag an, worauf sich die deutschen Sozialversicherungen gründen. Demnach verhält sich jede Generation solidarisch gegenüber jeder anderen Generation und alle Generationen tragen Verantwortung für die kommenden Generationen. In Bezug auf die gesetzliche Krankenversicherung, die Rentenversicherung und andere Sozialversicherungen ist jedoch der Aspekt der Verantwortung für nachfolgende Generationen schwer auszumachen. Ein Umdenken ist hier dringend erforderlich.

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