Drei Krankenkassen erheben 2011 keinen Zusatzbeitrag
Wegen ihrer maroden Finanzlage kommen viele Krankenkassen nicht um einen Zusatzbeitrag herum. Drei Kassen haben jetzt angekündigt, auch im kommenden Jahre keine Zusatzbeiträge erheben zu wollen. Doch was des einen Freud, ist des anderen Leid.
Wie FOCUS Online vom Montag Morgen berichtet, sollen die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer GEK und die AOK Rheinland-Hamburg angekündigt haben, für 2011 keine Zusatzbeiträge zu planen. Die TK und die Barmer GEK sind die beiden größten Kassen des Landes.
Was für die Versicherten dieser Krankenkassen eine gute Nachricht ist, ärgert die Mitglieder jener Kassen, die auf diese zusätzliche Finanzspritze nicht verzichten konnten. So haben die entstandenen Beitragsunterschiede von über 500 Euro zu einer riesigen Kündigungswelle in der gesetzlichen Krankenversicherung geführt. Der massenhafte Mitglieder-Schwund setzt diesen angeschlagenen Kassen nun außerdem zu. Wie der FOCUS berichtet, soll die DAK, drittgrößte deutsche Krankenkasse, im ersten Halbjahr bereits mehr als 306.000 Mitglieder verloren haben, die BKK Gesundheit etwa 244.000.
Über diese Entwicklung hingegen, freuen sich finanziell besser aufgestellten Krankenkassen. So verzeichnen sie einen Mitgliederzuwachs. Die TK soll beispielsweise einen Mitgliederzuwachs von etwa 238.000 Versicherten verzeichnet haben.
Gesundheitsminister Rösler geht nicht von neuen Zusatzbeiträgen im kommenden Jahr aus. So soll es mit der Anhebung des allgemeinen Beitragssatzes genug sein. Zudem plane er das Gesundheitssystem insgesamt zu verbessern, es „wettbewerbsfähiger“ und „effizienter“ zu machen, sobald die Finanzierungsreform realisiert wurde.
Die Barmer äußerte ihre Pläne jedoch vorbehaltlich der Regierungsvorhaben. Sollte die Gesundheitsreform nicht im angedachten Rahmen durchgebracht werden – insbesondere wird die Honorarbegrenzung der Hausärzte als Kriterium genannt, die in der vergangenen Woche für ordentlichen Zündstoff und Streikdrohungen unter den Hausärzten gesorgt hat – dann könnte ein Zusatzbeitrag gegebenenfalls doch noch kommen. Diese Sorge äußerte die Barmer-Vorsitzende in der Financial Times Deutschland vom Montag Morgen.
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