Bombensichere Altersvorsorge: Riester investiert in Streu-Bomben

Riester-Bombe-klein.JPGAnbieter von Riester-Produkten haben in Aktien der Rüstungsindustrie investiert – genauer gesagt: in Hersteller international geächteter Streubomben. Diese Waffen fordern laut Handicap International zu 98 % zivile Opfer.

Die letzte Ausgabe vom ARD-Magazin Monitor (Nr. 609; 29.07.2010) enthüllte einen Skandal. Einige Anbieter staatlich geförderter Riester-Altersvorsorgeprodukte haben in Aktien von Unternehmen investiert, die Killer-Waffen herstellen. Besonders wegen der vielen Opfer unter der Zivilbevölkerung wird Streu-Munition international geächtet.

Am 3. Dezember 2008 unterschrieb der damalige Außenminister Steinmeier in Oslo die Streubombenkonvention und verkündete, dass die Bedrohung durch Streumunition nur ein Ende finden werde, wenn die Ächtung dieser Waffe allumfassend sei. Mit der Unterschrift hätten sich alle Ländervertreter darauf geeinigt, nicht nur selbst keine Streubomben zu produzieren, sondern diese auch in keiner Weise zu unterstützen, berichtet eine norwegische Diplomatin. Als das Finanzministerium von Monitor darauf hin befragt wurde, habe es geheißen: Das Übereinkommen enthält keine Regelungen zu Finanzierungsfragen im Zusammenhang mit Streumunition.“ Indirekt unterstützen jedoch viele deutsche Riester-Sparer unwissentlich die Förderung ihrer Hersteller. Andere Länder, welche die Konvention ebenfalls unterzeichneten, haben die Investition in Streumunition bereits gesetzlich verboten.

Auf das ethisch verwerfliche Investment ist Jan Willem van Gelder, ein niederländischer Finanzanalyst, gestoßen, als er untersuchte, worin deutsche Banken und Versicherungen investieren. Ihm stehe die Spezialdatenbank Thomson One Banker zur Verfügung, welche das Netzwerk an Unternehmensbeteiligungen offenlegt, berichtet Monitor. Die Gelder aus zwei Fonds, welche schließlich dem Streubombenhersteller L-3 Communications zugeflossen wären, sollen sich auf 7 Millionen Euro beziffern – eine Summe, mit welcher eine Fläche bombardiert werden könne, welche die Fläche Berlins um das Dreifache übertreffe. Eine Bank und ein Versicherer, die jene Riester-Produkte anbieten, sollen diesen Zusammenhang dementiert, eine Bank zugegeben haben. Das Geldhaus kündigte jedoch an, nach der Kenntnisnahme dieses Umstands Konsequenzen zu ziehen und in diese Unternehmen keine weiteren Investments mehr zu tätigen.

Die Streubomben-Konvention ist am 1. August 2010 in Kraft getreten. Sie wurde von 100 Ländern unterzeichnet und, neben Deutschland, von 40 Staaten ratifiziert.



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