Höherer Beitrag in Sicht: Pflegeversicherung bald teurer

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Die Pflegeversicherung wird schon bald teurer werden. Denn nachdem die Regierung und Minister Rösler sich der Krankenversicherung gewidmet haben, steht die nächste Reform auf dem Plan.

Die jüngste Sozialversicherung, die Pflegeversicherung, soll reformiert werden. Dies ist zunächst eine gute Sache, hat sich schließlich schon seit langem dringender Reformbedarf gezeigt. Hierfür wird eine Beitragserhöhung unumgänglich sein. Denn die Leistungen der Pflegeversicherung sind nicht ausreichend und parallel dazu befindet sich die Pflegeversicherung in einer tiefen Finanzkrise.

Ohne tiefgehende Reform des gesamten Systems werden sich die Finanzprobleme der Pflegeversicherung nicht lösen lassen. Außerdem bringt nur noch die private Pflege-Zusatz-Versicherung eine ausreichende Absicherung.

Mehrere hundert Millionen Euro schwer soll die Finanzierungslücke nach Medienberichten sein. Maßgeblich verantwortlich sei das Finanzierungssystem der Sozialversicherungen, welches darauf ausgelegt ist, dass ungefähr gleich viel an Beiträgen eingezahlt wird wie zum selben Zeitpunkt zur Leistungserbringung ausgegeben wird. Letztlich wird jedoch bereits mehr ausgegeben. Die Beitragszahler immer weniger, während die Leistungsempfänger immer mehr werden. Betrachtet man nur allein die Bevölkerungsentwicklung, wird schnell klar, dass sich dieser Trend kaum umkehren lassen wird. Jüngst ist die Lebenserwartung der Deutschen auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen. Zusätzlich zu diesem Dilemma ist auch noch die Leistungserbringung der Pflegekassen teurer geworden, was den gestiegenen Kranken- und Pflegekosten geschuldet ist.

2008 wurde die Pflegeversicherung zuletzt reformiert. Doch hier war die große Koalition offenbar zu zögerlich. Denn trotz der Beitragserhöhung auf 1,95 Prozent konnte die beabsichtigte Sicherung der Finanzierung bis 2014 nicht realisiert werden. Jetzt geht der Pflegeversicherung die Puste aus.

Schwarz-Gelb hat größere Pläne mit der Pflegeversicherung. So sollen mehrere Pflegestufen eingeführt werden, die auch die psychischen Ursachen für eine Pflegebedürftigkeit berücksichtigen. So soll es bspw. für Demenzkranke leichter werden, Leistungen aus der Pflegeversicherung zu beziehen. Als weitere Neuerung sollen Beitragszahler nicht ausschließlich nur für andere, sondern endlich auch einen Teil ihrer Beiträge für ihren eigenen Bedarfsfall ansparen können (sogenannte Kapitaldeckungskomponente). Private Versicherungen finanzieren sich nur über das Kapitaldeckungsverfahren. Das Umlageverfahren der Sozialversicherungen, das z.B. auch für die Probleme der Rentenversicherung verantwortlich ist, sah so eine Komponente bislang nicht vor.

Eine weitere entscheidende Neuerung muss auf dem Gebiet der Leistungen der Pflegeversicherung erfolgen. Diese genügen bei Weitem nicht. Auf Pflegebedürftige und Angehörige können monatliche Kosten von über 2.000 Euro zukommen, denn die Pflegekasse übernimmt nicht alle anfallenden Kosten der Pflege. Auf den Restkosten bleibt man also sitzen und muss an das eigene Ersparte heran. Weil das die Altersarmut bedeuten kann, empfehlen Verbraucherschützer Zusatzversicherungen. Diese bieten eine Pflegerente, ein Tagegeld oder die Abdeckung der Pflege-Restkosten. Weil dies momentan der einzige Weg ist, die Versorgungslücken der Pflegeversicherung zu schließen, wird in der Politik die Einführung einer Pflicht zum Abschluss einer solchen Pflegezusatzversicherung nachgedacht.

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