Ach so?! Reform der Pflegeversicherung nicht ausreichend

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Die Reformvorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung sind ein guter Ansatz, doch eine Pflegezusatzversicherung wird noch immer nötig sein.

Autor: Micha77
Datum: 07.05. 2010

ne freundin, die sich ganz gut mit versicherungen auskennt, hat mir mal gesagt, dass man unbedingt ne extra-pflegeversicherung braucht, weil die staatliche pflegeversicherung über die krankenkasse nicht ausreicht. ich hab auch schon mit dem gedanken gespielt, eine abzuschließen, aber nun hab ich gelesen, dass die neue regierung die pflegeversicherung so ummodeln will, dass jeder für sich selber spart. verstehe ich das richtig, dass ich die zusatzversicherung nicht brauchen würde, wenn die das so beschließen?


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Anmerkung der Redaktion:

Die private und gesetzliche Pflegeversicherung (Pflegepflichtversicherung) muss dringend reformiert werden, obwohl die letzte Reform dieser Sozialversicherung noch gar nicht so lang her ist. Die Reformpläne der Bundesregierung sehen eine teilweise Kapitaldeckung vor. Das heißt sinngemäß, dass ein größerer Teil dessen, was man einzahlt, wie bisher zur Deckung der laufenden Leistungsfälle benutzt wird. Man zahlt also zum Teil nach wie vor auch für andere (das nennt man Umlageverfahren). Der restliche Beitragsteil soll jedoch für den eigenen Leistungsfall bereit stehen. Hier würde man dann also praktisch für sich selbst sparen, wie Sie sagen. Das bedeutet jedoch leider nicht, dass man die Zusatzversicherung nicht mehr braucht.

Denn zum einen werden auch nach der Reform die Leistungen der Versicherung nicht zur vollständigen Deckung der Pflegekosten genügen (momentan gibt es eine Finanzierungslücke von rund 1.500 Euro monatlich bei stationärer Pflege bei Pflegestufe III, die man aus der eigenen Tasche zahlen muss). Zum anderen ergibt sich ein Problem aus der Natur der Sozialversicherung. Sie kann man sozusagen als freiwillige Leistung des Staates betrachten, welche er quasi jederzeit reformieren oder sogar abschaffen könnte. Diese „nette Geste“ des Staates ist jedoch mit der Zeit viel teurer geworden, als ursprünglich gedacht. Wegen der Bevölkerungsentwicklung gibt es immer weniger Menschen, die Beiträge zahlen, aber parallel auch immer mehr Pflegebedürftige. Zudem steigen auch die Kosten für die Pflege. Wenn man viel weniger einnimmt als man ausgibt, dann hat man ein Finanzierungsproblem. Das ist bei den privaten Versicherungsgesellschaften nicht der Fall. Hier gibt es kein Umlageverfahren, sondern ausschließlich ein Kapitaldeckungsverfahren. Jeder hat den unmittelbaren Anspruch auf die vereinbarte Leistung. Und weil es sich bei einem Versicherungsvertrag um einen privatrechtlichen Vertrag handelt, haben die Versicherer nicht die Möglichkeit, Bedingungen und Leistungen zu verändern, wie es der Staat bei der Sozialversicherung kann.

Es gibt insgesamt 3 mögliche Pflegezusatzversicherungen, welche die Leistungslücke zur Pflegepflichtversicherung schließen können. Welche das sind, wie sie funktionieren und was sie kosten, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Pflegezusatzversicherung sowie mittels eines Pflege-Versicherungsvergleichs.


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