Lage der gesetzlichen Krankenkassen -
100% kostenlos
Steigende Kosten, Wettbewerb, Insolvenzen und Fusionen
Gemäß den Kennzahlen der gesetzlichen Krankenversicherung, welche der GKV-Spitzenverband dieses Jahr herausgegeben hat, haben die Krankenkassen mit einer Situation zu kämpfen, die es so bislang noch nicht gegeben hat.
Kostendruck
Deutsche werden immer älter und immer weniger, was der gesetzlichen Krankenversicherung schlimm zusetzt. Die Versicherten kosten der Kranken- und Pflegeversicherung eine Menge Geld. Parallel dazu sind zu allem Überfluss auch noch die Krankheitskosten an sich in die Höhe geschossen. Besonders die Kosten für ärztliche Behandlung und Krankenhausbehandlung sind explodiert. Im Vergleich zu 2008, so schreibt der GKV Spitzenverband in seiner diesjährigen Veröffentlichung, hätten sich die Kosten 2009 jeweils um über 6,5% erhöht. Auch die Ausgaben für Arzneimittel seien um über 5% gestiegen.
Konkurrenzdruck
Wegen dieses dramatischen Anstiegs der Ausgaben der Krankenkassen, aber auch wegen des erhöhten Konkurrenzdrucks sind einige Krankenkassen schwer angeschlagen. So schwer, dass im Sommer dieses Jahres 23 Kassen die drohende Insolvenz seitens des Spitzenverbandes der Krankenkassen diagnostiziert wurde. Zusatzbeiträge wurden von allen Kassen mit finanzieller Notlage erhoben, was dazu geführt hat, dass ihre Versicherten in Scharen zur Konkurrenz liefen (weitere Informationen: Massenflucht bei Krankenkassen: Hunderttausende wechseln). 46 weitere Kassen haben eine Warn-Bewertung und damit nicht den Status „unbedenklich“ erhalten. Zusammengefasst sind dies also 69 von insgesamt rund 160 Krankenkassen. Die Bestwertung „leistungsfähig“ erhielten nur 34 Kassen.
Insolvenzen
Dass Krankenkassen pleite gehen können, war nicht immer so. Die große Koalition hat dies seinerzeit bewusst herbeigeführt, damit sich die vielen Krankenkassen in Deutschland durch mehr Wettbewerb praktisch selbst bereinigen – eine Art gefördertes Kassensterben. Die Regierung wollte das so, weil es noch immer zu viele Krankenkassen gab und angeschlagene ohne diese Regelung von stärkeren unterstützt worden wären. Das ist jedoch ineffizient. Zudem würden 50 Kassen auch genügen, hieß es. Um sich vor der Pleite zu schützen, können Kassen fusionieren. Seit Beginn dieses Jahres ist die neue Regelung nun in Kraft. Im Vergleich zum Vorjahr sind bereits im März 2010 rund 30 Kassen von der Bildfläche verschwunden. Versicherte können sich nach einem eingeleiteten Insolvenzen-Verfahren ihrer Kasse aber problemlos eine neue suchen, sodass keine Bedrohung für den Versicherungsschutz besteht.
Abwanderung der Mitglieder
Wegen der negativen Meldungen über die Finanzmisere der Krankenkassen, die Zusatzbeiträge und die Anhebung des Beitragssatzes 2011 auf 15,5% wechseln viele Versicherte zur privaten Krankenversicherung (PKV). Gründe hierfür sind die deutlich besseren Leistungen und der für manche mittlerweile sogar weitaus günstigere Beitrag. Auch dieser Trend macht der gesetzlichen Krankenversicherung zu schaffen. Mehr Informationen hierzu: "Günstiger und attraktiver: private Krankenversicherung gefragt"
Kommentare zu diesem Beitrag lesen und schreiben 
Beiträge aus der Kategorie Gesetzliche Krankenversicherung > Wichtiges > per E-Mail abonnieren:
Gesetzliche Krankenversicherung
Stimmt es, dass die Kasse Brillengestelle bezahlt?
Wer ist pflichtversichert?
Was ist der Unterschied zwischen Jahresarbeitsentgelt-, Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze?
