Vorsorge-Untersuchung: Was die Krankenkasse beim Check-up zahlt

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Ob Erkrankungen am Herz-Kreislauf-System, Krebs oder andere Erkrankungen – durch die heutigen Maßnahmen zur Früherkennung von Krankheiten ist es möglich, ihre Entstehung zu verhindern, sie besser zu behandeln oder aber ganz zu heilen.

Deshalb sollte wirklich jeder die angebotenen Vorsorge-Untersuchungen durchführen lassen. In manchen Fällen (orangefarbene Felder) erwarten Vorsorge-Muffel sogar harte Sanktionen seitens der Krankenkasse! Wer hingegen regelmäßig vorsorgt, tut nicht nur etwas für die eigene Gesundheit, sondern wird sogar von seiner Krankenkasse belohnt – und das nicht nur damit, dass bei den Untersuchungen zur Vorsorge und Früherkennung keine Praxisgebühr fällig wird!

Welche Untersuchung wann für wen sinnvoll ist, können Sie in unserer Übersicht nachlesen. Leider werden nicht alle Vorsorge-Untersuchungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die letzte Spalte sagt Ihnen, welche Kosten gegebenenfalls auf Sie zukommen. Das sind sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Eine Krankenzusatzversicherung kann diese Kosten übernehmen.

Laden Sie den vollständigen Vorsorge-Check hier herunter:
Früherkennung - der Vorsorge-Check.pdf


Unser Vorsorge-Check


Orange:    Pflicht liegt vor (zur Durchführung bzw. zur Beratung)
Grün    :    Durchführung dringend angeraten und ggf. sogar von der gesetzlichen Krankenversicherung belohnt
Gelb    :    Vorsorge, deren Kosten jedoch in der Regel selbst übernommen werden muss (IGeL)

Diagnoseverfahren Für Wen? Wann empfohlen? Wo? Was wird gemacht? Kosten
U-Untersuchung
(U1 bis U9)
Neugeborene und Kinder Erste 6 Lebensjahre Krankenhaus/ Kinderarzt lt. Untersuchungsheft (nach der Geburt ausgehändigt) Keine.
J-Untersuchung Kinder bei Eintritt ins Jugendalter Zwischen 12 und 14 Jahren Kinder- oder Hausarzt Untersuchung und Beratung zu Themen wie Alkohol, Drogen, Sexualität, Rauchen Keine.
Arbeits-medizinische Vorsorge-Untersuchungen Bestimmte Arbeitnehmer, vom Arbeitgeber veranlasst Pflicht-Unter­suchungen sind vorgeschrieben, Eignungs-Unter­suchungen finden z.B. mit der Ein­stellung statt, Angebots-Untersuchungen sind freiwillig. Arbeits-medizinische Dienste Je nach Beruf sollten mit den Vorsorge-Untersuchungen arbeitsbedingte Krankheiten (Berufskrankheiten) verhindert werden Zumeist keine, sollte kein Kostenträger existieren, übernimmt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten
Check-up Frauen und Männer, „Gesundheits-Check-Up 35+“ erst ab 35 Jahren, auch Check-up unter 35 Jahren möglich (bei familiärer Vorbelastung sinnvoll) Alle 2 Jahre, es sei denn, ein kürzerer Abstand wird ärztlich empfohlen Allgemeinarzt/ Internist Suche nach Anzeichen für Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Nieren-erkrankungen und Diabetes mellitus über:
- Anamnese (Risikoprofil)
- Abhören von Lunge und Herz
- Prüfen von Haut, Gelenken, Reflexen, Blutdruck und Puls, Bestimmung von Gesamt-Cholesterin, Blutzucker u.a. (Untersuchung aus dem Blut und aus dem Urin)
- Beratung
- Folgerungen aus den Ergebnissen
Kosten für Check-up 35+ alle zwei Jahre trägt die Krankenkasse, jährlich oder vor dem 35. Lebensjahr stellt eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) dar und muss daher selbst gezahlt werden.
Manager-Check-up Nicht nur für Führungskräfte, auch für Berufstätige mit einem stressigen Arbeitsalltag Bei Bedarf, auf ärztlichen Rat Klinik. Das manager magazin hat den Manager-Check-up in deutschen Kliniken getestet. Die Ergebnisse können Sie hier einsehen. Suche nach Anzeichen für Erkrankungen, Verfahren nicht standardisiert, i.d.R. aber:
- Beratung, Anamnese
- Ruhe- und Belastungs-EKG
- MRT
- Hautuntersuchung
- Ultraschall von Bauchorgane und Halsschlagader
- Untersuchung der Blutwerte
IGel: Mehrere hundert bis über 1.000 Euro.
Raucher-Screening
(oder nur Lungen-Check für Nichtraucher)
Raucher ab 55 Jahren, auch Nichtraucher können einen Lungen-Check vornehmen lassen (i.d.R. erst bei Krankheits-verdacht) Jährlich Radiologie Raucher-Screening:
- Röntgen des Brustkorbs von vorn und seitlich (CT)
- Untersuchung des Bronchialschleims (abgehusteter Schleim aus den Bronchien, Sputum-Zytologie)
IGeL: Röntgen und Sputum-Test je ca. 50 Euro, CT: 150 bis 250 Euro
Chemischer Nachweis Blut im Stuhl (Hämokkulttest) Frauen und Männer ab 50 Jahren Alle zwei Jahre, wenn keine große Darmspiegelung vorgenommen wird. Allgemeinarzt/ Internist Test auf Darmtumor, bei positivem Test erfolgt die große Darmspiegelung, kann nicht jeden Tumor finden (immunologischer Stuhltest findet mehr), löst häufig falschen Alarm aus (auf Ernährung vor dem Test achten!) Hämokkult-Test: kostenlos, wenn ab 50 Jahren jährlich. Ab 55 wahlweise große Darmspiegelung alle 10 Jahre
Kleine Darmspiegelung Frauen und Männer ab 50 Alle 5 Jahre Gastroenterologe/ Internist Untersuchung der Darmschleimhaut vom Dickdarm (60 cm) mittels Sigmoidoskop IGeL: 50 bis 120 Euro
Große Darmspiegelung Frauen und Männer ab 55 Jahren, familiäre Vorbelastung: 10 Jahre vor dem Auftreten der Erkrankung beim Familienmitglied, am besten aber bereits ab dem 35. Lebensjahr Im Abstand von 10 Jahren 2 Untersuchungen, es sei denn, der Arzt ordnet oder rät etwas anderes an Gastroenterologe/ Internist - Beratung
- Untersuchung der Darmschleimhaut vom Dickdarm bis zum Blinddarm (1,5 Meter) mittels Endoskop
- ersatzweise auch Hämokkulttest alle 2 Jahre möglich
Ab 55 Jahren 2 Mal innerhalb von 10 Jahren kostenlos
Dickdarm- und Rektum-Untersuchung Frauen und Männer ab 50 Jahren Jährlich Proktologe/ Internist Abtasten des Enddarms, Hämokkulttest auf Blut im Stuhl Keine.
Glaukom-Früherkennung (grüner Star) Frauen und Männer ab 40 Jahren, besonders bei starker Kurzsichtigkeit und familiärer Vorbelastung Je nach ärztlichem Rat, etwa vierteljährlich bis alle 3 Jahre Augenarzt - Berechnung des Augeninnendrucks
- Spiegelung des Augenhintergrunds
Rund 20 Euro, kostenlos bei Cortison-Behandlungen und für Diabetiker mit Netz­hautveränderungen
Mammografie-Screening (Röntgen der Brust) Frauen zwischen 50 und 70 Jahren Alle 2 Jahre Gynäkologe - Einladung zum Screening
- Information
- Mammographie (Röntgen) der Brüste
- Besprechung des Ergebnisses
Alle 2 Jahre kostenlos
Ultraschall der Brust Besonders Frauen ab 40 Jahren und jene mit drüsenreichem Brustgewebe Jährlich bei Frauen ab 40 Jahren Gynäkologe Untersuchung der Brust und Achselhöhlen IGeL: 30 bis 60 Euro
Genital-Untersuchung Frauen ab 20 Jahren Jährlich Gynäkologe - Anamnese
- Untersuchung mit Spektrum
- Muttermund-Abstrich
- Ausfluss-Untersuchung
- ggf. Untersuchung mit Koloskop
- Tastuntersuchung
Keine.
Früherkennung Gebärmutter-halskrebs Frauen ab 20 Jahren Jährlich Gynäkologe - Pap-Test, HPV-Test: Abstrich der Schleimhautzellen am Muttermund
- zumindest eine Information zu dieser Vorsorge-Untersuchung muss stattgefunden haben, sonst gibt es im Falle einer späteren Erkrankung Konsequenzen seitens der Kasse
Bei jährlicher Untersuchung ist der Pap-Test kostenlos, der HPV-Test ist eine IGeL und kostet etwa 50 bis 60 Euro
HPV-Impfung (Papillomviren) Offizielle Zielgruppe 12 bis 17 Jahre, kann auch noch bei reiferen Frauen sinnvoll sein, hierzu den Arzt konsultieren Einmalige Impfung (bestehend aus 3 Einzeldosen) Gynäkologe Zumindest eine Information zu dieser Vorsorge-Untersuchung muss stattgefunden haben, sonst gibt es im Falle einer späteren Erkrankung Konsequenzen seitens der Kasse Im Alter von 12 bis 17 Jahren kostenfrei, danach IGeL. Kosten: für alle 3 Impfdosen rund 500 Euro (zzgl. Beratungshonorar des Arztes). Wenige Krankenkassen übernehmen auch bei späterer Impfung die Kosten gegen Vorlage eines negativen HPV-Tests.
Schwanger-schafts-Vorsorge-Unter­suchungen Schwangere meist 1x/Monat, nach der 32. Schwangerschafts- Woche 1x/14 Tage Gynäkologe Infos, Beratung und viele Untersuchungen zumindest nach Mutterpass nach Schwangerschafts- Woche (SSW):
- Überwachen der Risiko-Schwanger-schaften
- Ultraschall-Diagnostik
- serologische Untersuchung, Infektionen
Notwendige Untersuchungen sind kostenfrei, andere sind kostenpflichtig (IGeL), wie Test auf Toxoplasmose, Listeriose, Gonokokken und B-Streptokokken, Nacken-Faltenmessung und oraler Glucose Toleranztest, mehr als die drei Ultraschall­-Untersuchungen
Pränatal-Diagnostik Bei bestimmten Risiken, bspw. bei Spätgebährenden (ab 35 Jahren), zur Erkennung von Erkrankungen des ungeborenen Kindes Wird vom Arzt benannt Spezialisierte Praxen Untersuchungen, die über jene im Mutterpass (siehe oben) hinausgehen. Dürfen nur unter ausdrücklicher Genehmigung der werdenden Mutter vorgenommen werden. Fast ausschließlich IGeL, wie z.B. Früh-Screening (Erkennen von Chromosomen-Störungen wie Trisomie 21 / Down-Syndrom)
Brust- und Eierstöcke Tast-Untersuchung Frauen ab 20 Jahren, Brust­untersuchung spätestens ab 30 Jahren jährlich Gynäkologe - Anamnese
- Abtasten von Brust und regionären Lymphknoten (und Anleitung zur Selbst-Untersuchung)
- Abtasten der Eierstöcke durch die Bauchdecke
- Ergebnis-Auswertung
Keine.
Ultraschall der Eierstöcke Frauen ab 20 Jahren jährlich Gynäkologe Überprüfung der Eierstöcke mittels Ultraschall entweder durch die Bauchdecke oder transvaginal (sog. Vaginal-Sonographie) IGeL: etwa 20 bis 60 Euro
Chlamydien-Test Sexuell aktive Frauen und Schwangere (auch für Männer derzeit in der Diskussion) jährlich Gynäkologe Untersuchung des Urins auf das Bakterium Für Frauen bis 25 Jahren jährlich und einmalig für Schwangere kostenlos, sonst IGeL
Hautkrebs-Screening Immer bei auffälligen Leberflecken und bei Vorbelastung untersuchen lassen, Screening spätestens ab 35 Jahren Alle 2 Jahre Hautarzt Gesamte Haut, Kopf und Schleimhaut-Übergänge werden mittels Auflicht-Mikroskop nach Auffälligkeiten abgesucht Wird ab 35 Jahren von der Kasse erstattet, vorher trägt man die Kosten (20 bis 50 Euro) selbst.
Knochendichte-Messung (DXA) Männer und Frauen - Männer ab 60 Jahren
- alle Frauen über 65 Jahren
- Frauen unter 65 Jahren mit einem der Risikofaktoren: familiäre Disposition, Abnahme der Körpergröße über 4 cm, Rauchen, Marcumar / Cortisontherapie, Milch-unverträglichkeit, Schilddrüsen-Überfunktion
- menopausale Frauen mit Fraktur
Orthopäde, Radiologe Messung der Knochendichte an Lenden-wirbelsäule und Oberschenkel mittels Röntgen Nur kostenlos, wenn ein konkreter Verdacht auf Osteoporose besteht oder bereits ein Bruch vorliegt, sonst IGeL (45 Euro)
PSA-Test / PSA-Screening Männer ab 45 Jahren (derzeit wird empfohlen, die Altersgrenze weiter herabzusetzen) Je nach Ergebnis des ersten Tests, jährlich, alle 2 oder 4 Jahre Urologe Überprüfung des Blutes auf „prostata-spezifisches Antigen“ Als Vorsorge nur IGeL: 25 bis 40 Euro, Nur als Verlaufskontrolle bei bereits an Prostatakrebs Erkrankten kostenfrei
Prostata-/ Genital-Untersuchung (DRU) Männer ab 45 Jahren jährlich Urologe - Anamnese
- Überprüfung und Abtasten des äußeren Genitals, der regionären Lymphknoten sowie (rektal) der Prostata
- Ergebnis-Auswertung, Beratung
1 Mal jährlich kostenfrei
Zahnvorsorge-Untersuchung Erwachsene (ab 18 Jahren) 1 x/Jahr Zahnarzt - Beratung zur Zahnpflege
- Versorgung von Stellen mit Karies
- Erneuerung undichter Füllungen
- Entfernung von Zahnstein und Plaque
- Kontrolle des Zahnfleischs
- Funktionsanalyse
Keine.
Untersuchung auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten Kinder und Jugendliche, bis 6 Jahre (FU1 bis FU3) und zischen 6 und 18 Jahren Bis 6 Jahre 3 x, ab 6 Jahren 1 x/Halbjahr Zahnarzt - Einschätzung Kariesrisiko
- Betrachtung Mundhöhle
- Beratung zu Mundhygiene und Prophylaxe
- ggf. lokale Fluoridierung, Versiegelung kariesfreier Fissuren und Grübchen der Backenzähne
Keine.
Prophylaxe durch professionelle Zahnreinigung Jeder. 1 x/Halbjahr, es sei denn, etwas anderes wurde ärztlich angeraten Zahnarzt Verhinderung von Karies und Paradontose durch die gezielte, professionelle Reinigung (Entfernung von Zahnbelägen oberhalb und unterhalb des Zahnfleischs, von Verfärbungen und Ablagerungen durch Pulverstrahl, dann Politur und Fluoridlack) IGeL: Berechnung der Kosten kann je nach Aufwand erfolgen, daher spart, wer wirklich regelmäßig geht und daheim gut pflegt – Kosten etwa zwischen 20 und 70 Euro.

Vorsorge-Muffel werden bestraft

Es besteht seit 2008 eine Pflicht zur Beratung hinsichtlich der orange eingefärbten Vorsorge-Untersuchungen für all jene alle Männer, die nach dem 1. April 1962 geboren wurden (Darmkrebs) sowie für Frauen, die nach dem 1. April 1987 geboren wurden (Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs und Darmkrebs). Im Präventions-Pass muss im Falle einer Krebserkrankung nachgewiesen werden, dass eine Teilnahme am jeweiligen Beratungsgespräch erfolgt ist. Kann das nicht nachgewiesen werden, so kommt auf den Erkranken ein höherer Anteil an Zuzahlungen zu. Anstatt 1 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen, müssen dann bis zu 2 Prozent für medizinischen Leistungen zugezahlt werden.
Die Beratung muss innerhalb von 2 Jahren ab Bestehen eines Anspruchs auf die jeweilige Untersuchung erfolgt sein.


Vorsorge kann auch belohnt werden

Darüber hinaus gibt es Standard-Vorsorgeuntersuchungen, die regelmäßig von Männern und Frauen in Anspruch genommen werden sollten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, welche Vorsorge-Programme gefördert werden!

Auch in puncto Zahnmedizin sollte ein lückenlos geführtes Bonusheft vorliegen, aus welchem hervorgeht, dass die Zahnvorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen wurden. Dann kann man nämlich mit höheren Zuschüssen der Krankenkasse rechnen, wenn Zahnersatzes benötigt wird. Bekanntlich kann dieser sehr teuer werden, wenn man keine Zahnzusatzversicherung hat.

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