Verwirrung unter Kassenpatienten: Neues Arzneimittelgesetz
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Die Regeln für die Vergabe von Arzneimitteln haben sich ab diesem Jahr teilweise grundlegend geändert. Da die Krankenkassen ihre Mitglieder nur schlecht oder gar nicht aufgeklärt haben, kommt es zu Verwirrung und lange Wartezeiten in Apotheken.
Seit Beginn dieses Jahres gilt das neue Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, welches den Versicherten eine Freiheit bei der Wahl ihrer verschriebenen Medikamente gewährt. Was eigentlich gut gemeint ist, stößt vielerorts allerdings auf Verwirrung und Ablehnung. So wird am meisten kritisiert, dass die Versicherten nicht oder nur ungenügend informiert wurden.
Inhalt des Gesetzes ist unter anderem, dass viele Patienten statt ihrer gewohnten Medikamente Präparate von anderen Herstellern bekommen. Die Krankenkassen haben für das Jahr 2011 neue Rabattverträge mit den Arzneimittelherstellern geschlossen und so müssen Apotheker vorrangig die Medikamente ausgeben, welche Inhalt dieser Verträge sind.
Zusätzlich beinhaltet das Gesetz neue Anordnungen, welche Medikamente getauscht werden dürfen und welche nicht. Diese Bestimmungen betreffen mehr Patienten als noch im letzten Jahr.
Außerdem müssen die Versicherten einen Aufpreis für andere, nicht rabattierte Präparate entrichten. Das bedeutet, dass sie das Medikament erst einmal aus eigener Tasche zahlen müssen und die Rechnung anschließend bei ihrer Kasse einreichen dürfen. Diese erstattet ihnen dann die Kosten bis zu der Höhe, die das Rabattmittel gekostet hätte, abzüglich der Verwaltungskosten wieder. Der Knackpunkt hierbei ist allerdings, dass die Krankenkassen ihre geschlossenen Rabattverträge nicht veröffentlichen müssen. Das heißt, dass niemand weiß, wie viel Geld er nun wirklich von der Krankenkasse erstattet bekommt und damit vermutlich auf einen hohen Anteil der Kosten sitzen bleibt.
Die Apothekerverbände fordern nun eine grundlegende Verbesserung am Gesetz, denn bisher müssen die Apotheker selbst die Aufklärung der Patienten übernehmen. Das hat bisher zu langen Wartezeiten und Ärger unter den Patienten wie auch den Apothekern geführt.
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