Änderungen bei Kranken- und Pflege-Versicherung überfällig

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Die Versorgungslücke bei gesetzlicher Kranken- und Pflege-Versicherung klafft immer weiter auseinander und so müssen Versicherungsnehmer immer tiefer in die Tasche greifen. Da ist eine Reform wegen Deutschlands alternder Gesellschaft längst überfällig und eine sich durch Rücklagen selbst finanzierende Generation sollte nicht länger nur Zukunftsmusik sein.

Die Reformvorschläge der neuen Regierung stoßen auf Widerstand und viele kritische Stimmen, wie die des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm, werden laut. Dabei steht das Umlagesystem der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung vor tiefgreifenden Zukunftsproblemen. Das ist auch kein Wunder, denn der demografische Wandel droht die Finanzkraft der gesetzlichen Kassen zusehends zu überlasten. So kamen noch 1950 auf 100 Erwerbstätigen nur 27 über 60 Jährige, heute sind es bereits 45. Laut Hochrechnungen wird diese Zahl im Jahre 2030 bereits auf 77 gestiegen sein.

Da sich im Alter die Krankheitskosten progressiv entwickeln und durch den medizinisch-technischen Fortschritt auch die Preise für Gesundheitsleistungen immer mehr ansteigen, ist eine Überlastung der Kassen vorprogrammiert. Bisher wurden dieser Entwicklung nur steigenden Beitragssatzleistungen entgegen gesetzt und so ist der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung von ehemals 8,3% auf heute 14,2% gestiegen.

Auch besteht schon heute eine Versorgungslücke zwischen den Leistungen der Pflegeversicherung und den tatsächlichen Kosten der Pflege. Die Kosten müssen die Angehörigen dann oft aus eigener Tasche bezahlen, wenn nicht zusätzlich privat vorgesorgt wurde. Diese Dynamik führt zwangsläufig zu einer Überlastung der aktiven Generation und so besteht dringend Handlungsbedarf. So muss nicht nur den steigenden Bedürfnissen und Präferenzen der Versicherten entsprochen werden, sondern diese müssen auch auf eine gesicherte finanzielle Grundlage gestellt werden. Da aber die Reserven der Pflegekassen in den nächsten vier bis fünf Jahren aufgebraucht sein werden, ist ein Abschied von der reinen Umlagefinanzierung auch wichtiger Schritt zu einer sicheren Zukunftsvorsorge.

Die schwarz-gelbe Koalition will nun zu einem Mischsystem übergehen, das eine Kapitaldeckungskomponente enthält. Das heißt, der Beitragsteil dieser Komponente, der am Kapitalmarkt gewinnbringend angelegt wird, steht im Pflegefall dann auch dem Beitragszahler zur Verfügung. Daneben muss aber auch der Gesundheitssektor leistungsfähiger und dabei möglichst kostengünstig gestaltet werden. So wird mit den Reformen der neuen Regierung zunehmend ein Wettbewerb um die besten Ideen in Gang gesetzt, die zugleich möglichst kostengünstig umgesetzt werden können.

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