Schätzerkreis prognostiziert Milliardendefizite für die gesetzliche Krankenversicherung

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Das Jahr 2010 wird für die gesetzliche Krankenversicherung aller Voraussicht nach kein gutes Jahr. Der Schätzerkreis, der sich aus Vertretern des GKV- Spitzenverbandes, dem Bundesversicherungsamtes und dem Bundesgesundheitsministeriums zusammen setzt, rechnet mit rund 7,45 Milliarden Euro, die unterm Strich den Krankenkassen fehlen werden.

Ausgangspunkte waren die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Dazu gehören der einheitliche Beitragssatz von 14,9 Prozent aller gesetzlich Versicherten und der Steueranteil, der zur Finanzierung von versicherungsfremden Leistungen im kommenden Jahr benötigt wird. Als derzeit problematisch erweist sich aktuell die Ausgabenseite. Parallel dazu, darin waren sich die Experten des Schätzerkreises einig, darf man nicht die Einnahmen der Ärzte, der Pharmaindustrie und der Kliniken uneingeschränkt hinnehmen.
Das erwartete Minus der Krankenkassen wird dennoch nicht durch einen gesteigerten Sparkurs allein aufzufangen sein, ohne dass die Qualität der Versorgung von den rund 70 Millionen Kassenpatienten hierzulande leiden würde.
Jetzt liegt es wohl in den Händen der neuen Regierung zu entscheiden, wie die Krankenkassen ihr Einnahmepotenzial vergrößern können. Drei Möglichkeiten könnten zum Ziel führen: Zum einen kann der Steuerzuschuss entsprechend erhöht werden, oder die Kassenmitglieder werden über einen höheren Beitrag zur Kasse gebeten. Greifen beide Maßnahmen nicht in ausreichender Höhe, müssen die Kassen im kommenden Jahr Zusatzbeiträge von ihren Versicherten einfordern, um das Milliardenloch zu finanzieren. Diese Erkenntnisse gehören zu den Ergebnissen der Herbst- Sitzung des Schätzerkreises, deren Resultat mit Spannung erwartet wurde.
Vierteljährlich trifft sich der Schätzerkreis, um die Einnahmen- und Ausgabensituation der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Prüfstand zu stellen. Weiterführende Prognosen für das folgende Jahr stützen sich auf die Quartalsergebnisse und anvisiert wird ein Orientierungsrahmen für die Haushaltsplanung der Krankenkassen für das folgende Jahr.


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