Drohen bald Zusatzbeiträge bei der gesetzlichen Krankenversicherung?

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Beitragserhöhungen und Zusatzbeiträge- diese Kriterien beschäftigen derzeit insbesondere die Mitglieder der Krankenkassen. Dabei überschlagen sich die Nachrichten, die einerseits von einem Überschuss von rund 1,2 Milliarden Euro bei der gesetzlichen Krankenversicherung sprechen und andererseits ein Minus im Gesundheitsfonds sehen.
Aktuell wird vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) noch grünes Licht für den Erhalt des einheitlichen Beitragssatzes von 14,9 Prozent auch im kommenden Jahr gegeben. Doch parallel dazu droht bereits zum Beginn des Jahres 2010 eine Vielzahl von Zusatzbeiträgen.

Aus der Führungsetage des Spitzenverbandes ist zu hören, dass im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres die Höhe des Überschusses nur noch 139 Millionen Euro beträgt und bei einer gleich bleibenden Weiterentwicklung können die Krankenkassen bis zum Jahresende im günstigsten Falle mit einer schwarzen Null rechnen.
Eine kleine Krankenkasse hatte erst kürzlich einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern gefordert und dies sogar rückwirkend bis zum 1. Juli.
Experten sehen voraus, dass dieser Beginn mit einem Dammbruch bewertet werden kann und zu befürchten ist, dass nach und nach weitere Kassen mit der Forderung nach Zusatzbeiträgen folgen könnten.
In wenigen Wochen werden dem Schätzerkreis alle relevanten Daten für die Krankenversicherungen vorliegen und erst dann kalkuliert jede Kasse für sich, ob die Mittel aus dem Gesundheitsfonds ausreichen, oder ob bald ein Zusatzbeitrag für ihre Versicherten fällig wird. Entgegen der Empfehlungen durch den Schätzerkreis, den Einheitsbeitrag von 14,9 Prozent zu erhöhen, will die gesetzliche Krankenversicherung noch nicht folgen. Damit will man erst noch so lange warten, bis die kompletten Ausgaben der Kassen lediglich zu 95 Prozent aus dem Gesundheitsfonds gedeckt werden können.
Auch für die Zeit nach der Bundestagswahl wünscht sich die GKV eine Lösung der Probleme, ohne aktuell auf die Forderung aus Bayern zu reagieren, den Gesundheitsfonds grundlegend nachzubessern.
Bislang wird durch die Ein- Prozent- Klausel der Anteil des Zusatzbeitrags gedeckelt, damit finanziell Schwache nicht noch weiter belastet werden. Zur Diskussion könnte jedoch eine Streichung dieser Klausel stehen, wenn die finanziellen Belastungen der Krankenkassen künftig weiter ansteigen. Ob dies auch wirklich sozial verträglich ist, wird von vielen Beobachtern angezweifelt und die Beantwortung der
Frage steht im Raum, Lücken eher mit Steuergeldern aufzufüllen.
Wie sich die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung letztendlich entwickeln wird, ist nicht zuletzt von der politischen Konstellation nach der Bundestagswahl am 27. September abhängig.

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