Gesetzliche Krankenversicherung- bald Benotungen für Ärzte?
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Die Ärzte wird es sicherlich nicht erfreuen- die größte deutsche gesetzliche Krankenkasse plant für das kommende Jahr, rund 185.000 niedergelassene Ärzte und Zahnmediziner von etwa 24 Millionen Versicherungsnehmern bewerten zu lassen. Die Aktion soll im Internet die Möglichkeit bieten, Ärzte zu benoten und dies auf der Grundlage eines Kriterienkatalogs, der von der Bertelsmann- Stiftung in Kooperation mit Medizinern ausgearbeitet werden soll.
Auf diese Weise können Versicherte unkompliziert und bequem die besten Ärzte finden. Ähnliche Angebote gibt es zwar bereits auf dem digitalen Highway, doch versprechen sich die Verantwortlichen von dem geplanten Ärzte-Check eine weitaus aussagekräftigere Bewertung, weil 24 Millionen Versicherungsnehmer ihre individuelle Meinung abgeben können.
Vorausschauend will man einem einseitigen Meinungsbild vorbeugen und abschließende Bewertungen erst dann publizieren, wenn eine ausreichende Zahl an Bewertungen eingegangen ist. Als Anhaltspunkt werden 50 Beurteilungen genommen, die sich auf eine Praxis mit rund 1.000 Patientenkontakten beziehen.
Um das Procedere einfach darzustellen, werden die Bewertungen auf Schulnotenbasis stattfinden. Ergeben sich gravierende Mängel bei der Bewertung von Service und Leistung, sollen besondere Kennzeichnungen verwendet werden.
Ärzteverbände reagieren besonders sensibel auf diese Planungen und stehen jetzt schon im Kreuzfeuer der Kritik. Zwar betont man, dass jeder Patient das Recht habe, von der bestmöglichen medizinischen Behandlung profitieren zu können, doch sieht man die Auswertung von anonymen Fragebögen eher als unseriös an.
Auch aus Richtung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung kommt harsche Kritik. Dort geht man davon aus, dass bestenfalls subjektive Urteile abgegeben werden, weil Patienten schließlich keine Experten sind. Ferner befürchtet man, dass auf diese Weise die Möglichkeit geschaffen wird, gezielt einen Mediziner an den Pranger stellen zu können und die Bewertungen anfällig gegen einen Missbrauch im Internet sind.
Völlig andere Signale kommen indes von der Patientenbeauftragten der Bundesregierung. Der künftige Ärzte-TÜV wird in der Bundeshauptstadt als geeignetes Instrument zur Orientierung für Patienten gesehen, die Schwierigkeiten haben, den individuell geeigneten Spezialisten zu finden. Doch gleichzeitig lehnt man auch in Regierungskreisen eine gezielte Diffamierung vom Medizinern ab, womit klar auf der Hand liegt, dass eine Bewertung seriös und mit allen zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Mitteln durchgeführt werden muss.
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