Kassen in finanzieller Not – jetzt Zusatzbeiträge, später Beitragserhöhungen
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Die Insolvenzen, die mit der Wirtschaftskrise einher gehen, haben die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen lassen. Je mehr Arbeitslose, desto höhere Kosten kommen auf die Krankenkassen zu. Bislang werden die Einnahmeausfälle auf knapp 3 Milliarden Euro geschätzt. Im kommenden Jahr sollen es mehr als 4 Milliarden sein.
Als Finanzspritze dient ein milliardenschweres Liquiditätsdarlehen des Bundes. Es muss ab 2011 zurückgezahlt werden.
Reichen den Kassen die ihnen zugewiesenen Gelder aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, so können sie Zusatzbeiträge erheben. Diese dürfen 1 Prozent des Bruttolohns des Mitglieds ausmachen. Davon werden 16 Kassen Mitte des Jahres Gebrauch machen, prognostiziert das Bundesversicherungsamt.
Aber auch ohne Wirtschaftskrise steigen die Beiträge in den Krankenkassen stetig.
Das liegt an der Umlagefinanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und der hiesigen Bevölkerungsentwicklung. Die heute eingezahlten Mitgliederbeiträge werden auch zur gleichen Zeit von den Kranken konsumiert. So wird also von der Hand in den Mund gewirtschaftet. Nur dass es immer mehr Münder zu füllen gibt: Die demographische Entwicklung ist geprägt von einer Verringerung der Bevölkerung bei gleichzeitigen Alterung.
Das Dilemma: Die Krankheitskosten sind im Alter am höchsten. Dabei gibt es immer weniger (sozialversicherungspflichtige) Erwerbstätige und somit immer weniger Beitragszahler. Als Konsequenz werden die gestiegenen Kosten auf die Beitragszahler umgelegt.
Die private Krankenversicherung kennt dieses Problem nicht. Sie ist zwar auch von den Folgen der Bevölkerungsentwicklung betroffen. Aber sie finanziert sich nicht über das Umlageverfahren, sondern ist kapitalgedeckt. Hier werden Altersrückstellungen gebildet, welche die hohen Krankheitskosten im Alter decken sollen.
Bei der Aussicht auf weitere Beitragssteigerungen in der GKV bei gleichzeitig niedrigeren Leistungen, kann jedem gesetzlich Versicherten Angst und Bange werden. Schon jetzt muss man parallel in Zusatzversicherungen investieren, um nicht nur auf der Basis des medizinische Notwendigen behandelt zu werden. Oder man lässt es bleiben und zahlt Brillen, Zahnersatz & Co aus der eigenen Tasche. In welchen Bereichen der Kassenpatient noch auf sich gestellt ist bzw. was im Gegenzug der Privatpatient erhält, deckt ein Systemvergleich zwischen Gesetzlicher und Privater auf.
Leider hat nicht jeder die Wahl zwischen GKV und PKV. Dennoch gibt es viele Deutsche, die wechseln könnten, dies aber nicht tun, weil sie sich dieser Möglichkeit gar nicht bewusst sind. Eine große Gruppe derer, die nicht wissen, dass sie Privatpatienten sein könnten, sind Studenten. Während des ersten Semesters, nach dem 25. Lebensjahr, aber auch noch später können sie in den ermäßigten Studententarif wechseln.
Darüber hinaus sind Selbstständige, Freiberufler, Beamte und andere Beihilfeberechtigte, Künstler, Ärzte im Praktikum sowie diejenigen Arbeitnehmer, die mindestens drei Jahre lang oberhalb der Versicherungspflichtgrenze verdient haben, in der PKV versicherbar.
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