Ach so?! Arzt ist nicht gleich Arzt
Dass ein Privatpatient oft eine andere Behandlung als ein Kassenpatient bekommt, weiß Bernd zu berichten.
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Autor: bernd_d
Datum: 25.03.09
Ich war jahrelang Kassenpatient und – das bleibt ja nicht aus – auch schon das ein oder andere Mal als solcher im Krankenhaus.
Da man als gesetzlich Versicherter unter Seinesgleichen ist und durch die Mehrbettzimmer-Unterbringung ja in der Regel nicht mit den „Privaten“ ins Quatschen kommt, fällt einem auch nicht sofort der Riesen-Unterschied in der Behandlung auf.
Mein Ach so?!-Erlebnis hatte ich dann vor einem Jahr: ich war das erste Mal während meiner Selbstständigkeit im Krankenhaus – diesmal also als Privatpatient. Klar, die Einzelzimmerunterbringung hat schon was für sich, das war mir vorher auch schon bewusst. Aber dass man eine so derart andere Behandlung vom Chefarzt bekommt, als von den anderen Stationsärzten, das war mir neu! Arzt ist Arzt – vergiss es! Ich dachte immer, nach einer Narkose ist jedem schlecht. Zwei Tage lang war ich sonst immer völlig fertig – mein Körper hat total kollabiert. Aber man denkt sich halt: die wissen schon, was sie tun. So jemanden völlig ins Land der Träume zu schicken bleibt halt nicht ohne Nebenwirkungen.... Von wegen! Mir ging es blendend! Keine Übelkeit, keine Kraftlosigkeit. Als ich überlegt habe, woran es gelegen haben könnte, dass ich dieses Mal nicht so reagiert habe, fiel mir auf, dass vor der Narkose mit mir ein Allergietest gemacht wurde. Offensichtlich hat das Testergebnis die Zusammensetzung des Narkotikums verändert.
Aber auch abgesehen von diesem Narkose-Erlebnis kann ich nur sagen, dass eine Chefarztbehandlung wirklich ganz was anderes ist – von der Terminvergabe, den Empfang, die Vorbereitungen zur OP, über die Behandlung an sich, bis hin zu den Visiten... Und: als mein Hausarzt sich später die Narbe angesehen hat, äußerte sich darüber sehr lobend. Das ist doch was!
Irgendwie ist es auch merkwürdig und unheimlich, wenn man die Unterschiede betrachtet. Man wird ganz anders wahrgenommen und offensichtlich deutlich besser behandelt – das ist es wohl, was als Zwei-Klassen-Medizin bezeichnet wird. Irgendwo schade und unfair.
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Anmerkung der Redaktion:
Einer der Vorzüge der privaten Krankenversicherung ist die freie Wahl des behandelnden Arztes. Bei einem Krankenhausaufenthalt haben Sie das Recht auf eine Chefarztbehandlung, wenn sie Bestandteil Ihres Tarifes ist. Sie ist teurer als die Behandlung durch einen Belegarzt. Erfahrung und Wissen sind hier die Rechtfertigung für einen höheren Preis und stehen für eine bessere Behandlung. Dennoch muss das Behandlungsziel des Kassenpatienten durch den Belegarzt analog ebenfalls das der Heilung sein. Es darf also niemand weniger gesund gemacht werden.
Über die Freie Arztwahl hinaus profitieren Privatpatienten bei einem Krankenhausaufenthalt unter anderem von folgenden Leistungen:
- Freie Wahl des Krankenhauses, auch Privatklinikum ohne Aufpreis
- Wahl zwischen Einbett-, Zweibett oder Mehrbettzimmer
- Keine zusätzlichen Klinikaufschläge wie in der GKV
- Krankenhausabhängige Zusatzleistungen für Privatpatienten, wie z.B. gemütlichere Wartebereiche, besser ausgestattete Zimmer oder bessere Verpflegung.
→ Erfahren Sie mehr über die Unterschiede zwischen Gesetzlicher und Privater im GKV/PKV-Vergleich!
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