Bedarf an Versicherungen – für jeden Abschnitt des Lebens
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Abhängig von der persönlichen und der beruflichen Situation sieht der Versicherungsbedarf bei jedem anders aus. Umweltbedingte Faktoren können den Bedarf an Versicherungen zusätzlich beeinflussen.
Den Versicherungsbedarf für jeden Lebensabschnitt können Sie hier herunterladen:
Bedarf an Versicherungen für jeden Abschnitt des Lebens.pdf
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Ratgeber
Bedarf an Versicherungen – Welche Versicherung brauche ich?.
Bedarf an Versicherungen für jeden Abschnitt des Lebens
- Azubis und Studenten
- Berufseinsteiger und über 25-Jährige
- Arbeitnehmer
- Existenzgründer/ Selbstständige und Gewerbe
- Singles
- Partnerschaft
- Schwangerschaft/Mutterschaft
- Kinder
- Besserverdiener/Manager
- Beamte/Beihilfeberechtigte
- Vor Eintritt ins Rentenalter
- Ruhestand
- Haustiere/Tierhaltung
- Hausbau
- Immobilienbesitz/Sicherheit
Azubis und Studenten
In der Ausbildung oder im Studium ist man in der Regel noch über die Eltern in der privaten Haftpflichtversicherung, in der Hausratversicherung, in der Rechtschutzversicherung sowie in der Krankenversicherung mitversichert. Sollte man sich aber nicht mehr in der Erstausbildung befinden, dann greift die Hausratversicherung der Eltern nicht mehr. Wichtig für Auszubildende ist eine Unfallversicherung. Achtung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie wird in der Ausbildung erst bei voller Erwerbsunfähigkeit tätig wird bzw. erst dann wenn man seine Ausbildung bereits zu 2/3 oder ganz abgeschlossen hat. Spätestens nach Abschluss des Studiums bzw. der Ausbildung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch dringend anzuraten. Wer die Berufsunfähigkeitsversicherung schon während der Ausbildung bzw. dem Studium abschließt, sollte auf eine Nachversicherungsgarantie achten. Welche Versicherungen Studenten brauchen, lesen Sie in unserem Ratgeber.
Berufseinsteiger und über 25-Jährige
Ebenfalls nach Beendigung der Ausbildung und mit Einstieg in die Berufswelt ist eine eigene private Haftpflichtversicherung wichtig, weil damit der elterliche Schutz wegfällt. Diese Police sollte wirklich jeder haben, um sich nicht durch eventuell verursachten Schaden zu ruinieren. Denn wer einen Schaden verursacht, wird für diesen voll und lebenslang haftbar gemacht. Ab dem 25. Lebensjahr bzw. nach Beendigung der Ausbildung/Studium greift dann auch die elterliche Rechtsschutzversicherung sowie die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung und nicht mehr. Wer als Berufseinsteiger seinen eigenen Hausstand gründet, sollte auch über eine Hausratversicherung nachdenken.
Da laut Statistik jeder vierte Berufstätige arbeitsunfähig wird, sollten generell alle Personen, außer Rentner und Ruheständler, eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Das gilt auch für Tätigkeiten die nicht direkt Geld einbringen, wie die Arbeit einer Hausfrau. Wer heute bereits an morgen denkt, wird übrigens von der Riester-Rentenversicherung belohnt. Hier bekommen Berufseinsteiger einen Bonus.
Arbeitnehmer
Sie müssen wissen, dass die Absicherung über die Sozialversicherung nicht mehr ausreichend ist. So ist weder die Krankenversicherung, noch die Pflegeversicherung, Rentenversicherung oder Unfallversicherung ausreichend, um tatsächlich anstehende Kosten zu decken bzw. den Erhalt des Lebensstandards zu sichern. So muss man heutzutage selbst für ausreichenden Schutz sorgen, wofür eine private Unfallversicherung, eine Krankenzusatzversicherung, eine Pflegezusatzversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung sowie private Altersvorsorge notwendig sind.
Existenzgründer/ Selbstständige
Sie können mit Beginn ihrer Selbstständigkeit wählen, ob sie die Sozialversicherungen in Anspruch nehmen und freiwilliges Mitglied bleiben wollen. In dem Fall zahlen Sie weiterhin Sozialabgaben und bekommen im Leistungsfall dieselben unzureichenden Leistungen wie Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass in jedem Falle eine zusätzliche Absicherung, wie oben beschrieben, nötig wird. Darüber hinaus muss auch das entstehende Unternehmen abgesichert werden. Über den Versicherungsbedarf bei Existenzgründung können Sie sich in unserem Ratgeber belesen. Welche Versicherungen Unternehmen benötigen, haben wir in unserem Ratgeber Welche Gewerbe-Versicherung braucht mein Unternehmen wirklich? zusammengetragen.
Singles
Auch für Singles gibt es einen speziellen Versicherungsbedarf. Singles definieren sich in der Soziologie als (bewusst) Alleinlebende. Eine alleinerziehende Mutter fällt also demnach nicht unter diese Begrifflichkeit. Während Privathaftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, private Altersvorsorge und die Unfallversicherung für die Absicherung der Singles dringend notwendig sind, entfallen bestimmte Versicherungen für sie. Dazu zählt beispielsweise die Lebensversicherung, sofern sie nicht der Altersvorsorge dient. Singles haben meist niemanden, der finanziell direkt von ihnen abhängig ist. Somit wäre eine Risikolebensversicherung für sie nicht zweckmäßig. Je nach Wert des Hausrats sollte man eine Hausratsversicherung erwägen. Alleinlebende Frauen könnten sich darüber hinaus eventuell für Schutzbriefe interessieren. Diese Versicherungsprodukte bieten zusätzliche praktische Hilfen. So bietet der Wohnungsschutzbrief beispielsweise Unterstützung, wenn man sich mal ausgesperrt hat, das Rohr verstopft ist, die Heizung ausgefallen ist oder ein Wespennest auf dem Balkon für Unruhe sorgt.
Partnerschaft
Begibt man sich dann vom Single-Dasein in eine Partnerschaft, sollte man dringend den
Versicherungsschutz mit dem seines Partners abgleichen. Häufig sind Paare gnadenlos
überversichert, weil beide ihre Policen weiterführen, aber eigentlich nur eine im Haushalt
benötigen (z.B. Hausratversicherung). Bei welchen Versicherungen Paare sparen können, lesen Sie in unserem Partner-Policen-Ratgeber. Wenn der Partner keinen eigenen Verdienst hat, ist zu einer Risikolebensversicherung zu raten, um die bessere Hälfte bei der Eventualität des eigenen Todesfalls nicht unversorgt zu lassen. Die steigende Alterserwartung und damit auch die ansteigende Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit lassen die Versorgungslücke seitens der Pflegepflichtversicherung zunehmen. Um diese zu schließen, ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll. Auch an die Altersvorsorge sollte man denken.
Schwangerschaft/Mutterschaft
Steht Nachwuchs ins Haus, so wird die Frage nach dem richtigen Versicherungsschutz besonders wichtig. Welche Versicherungen werdende Mütter und ihre Kinder brauchen, können Sie in unserem Ratgeber nachlesen. Versicherungen die zum Muss zählen, um Kinder ausreichend abzusichern, sind Haftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikolebensversicherung, Unfallversicherung und bei Besitz eines Eigenheims auch die Wohngebäudeversicherung. Wenn diese abgedeckt sind, ist zusätzlich eine Hausratversicherung empfehlenswert. Alleinerziehende haben hier einen ähnlichen Versorgungsbedarf wie Paare mit Kindern.
Kinder
Eltern haften für ihre Kinder: Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unterstehen Kinder bzw. Jugendliche unter 18 Jahren der elterlichen Fürsorgepflicht. Das bedeutet, dass Eltern eine Aufsichtspflicht gegenüber ihren Kindern zu erfüllen haben. Wer nun seine Aufsichtspflicht verletzt und in dieser Zeit ein durch das Kind verursachter Schaden entsteht, der ist für den Schaden voll haftbar zu machen. Deswegen ist hier eine Privat-Haftpflichtversicherung besonders wichtig. Policen, die Schäden mitversichern, welche Kleinkinder verursachen, sind nicht zwingend notwendig, da Kinder unter 7 Jahren nicht deliktfähig sind und daher auch jene Schäden nicht erstattet werden müssen. Im Straßenverkehr liegt die Altersgrenze bei 10 Jahren. Kinder benötigen jedoch eine Unfallversicherung, denn sie sind letztlich nur auf dem Weg in Kita, Hort oder Schule sowie auf dem Rückweg versichert. In ihrer Freizeit sind sie völlig schutzlos. Auch eine Krankenzusatzversicherung empfiehlt sich für die lieben Kleinen, wenn sie nicht privat krankenversichert sind.
Besserverdiener/Manager
Auch bei einem Bürojob, erst recht dann, wenn Stress eine Rolle spielt, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Denn Erkrankungen der Psyche, wie sie solche Jobs oft hervorrufen, sind die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Da bei Besserverdienern das Einkommen in der Regel über der Versicherungspflichtgrenze liegt, können sie sich privat krankenversichern. Das ist dann auch häufig die günstigere Variante (wenn keine Kinder beitragsfrei in der Gesetzlichen versichert werden können), weil in der privaten Krankenversicherung die Beiträge nicht einkommensabhängig sind.
Auch der Punkt betriebliche Altersvorsorge spielt hier eine Rolle. So erhalten Manager oder leitende Angestellte zumeist eine Betriebsrente. Für viele Manager ist auch die D&O-Versicherung ein Kriterium für den Jobantritt. Diese Versicherung wird auch Managerhaftpflichtversicherung genannt und begrenzt ihre Haftung bei Sorgfaltspflichtverletzungen.
Beamte/Beihilfeberechtigte
Beamte und andere Beihilfeberechtigte benötigen eine private Krankenversicherung für Beamte. Sie ist aufgebaut wie eine Restkostenversicherung und wird nur über den Umfang abgeschlossen, der nicht durch die Beihilfe abgedeckt wird. Darüber hinaus sind die Pflegezusatzversicherung, die Privathaftpflichtversicherung und die Dienstunfähigkeitsversicherung für sie wichtig. Da die Pension nicht ausreichend ist, wird auch eine zusätzliche private Altersvorsorge notwendig.
Vor Eintritt ins Rentenalter
Wer erwägt, in die private Krankenversicherung zu wechseln, der kann dies problemlos noch bis zum Ende des Jahres tun, in welchem er oder sie 55 Jahre alt geworden ist. Auch wer noch keine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen hat, der sollte dies allmählich angehen. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, die Police erst mit 60 Jahren abzuschließen, doch zum einen kann eine Pflegebedürftigkeit in jedem Alter erfolgen und zum anderen sind die Beiträge bei solch hohem Eintrittsalter und möglicherweise angeschlagener Gesundheit wesentlich höher. Wer verreist, der sollte immer auch an eine Auslandskrankenversicherung denken, und das nicht nur bei Fernreisen. Krankenkassen raten dazu, unabhängig vom Reiseziel immer eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, weil ihr Schutz im Ausland trotz EHIC nicht genügt. Im Bereich der Krankenzusatzversicherungen sollte auch der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung erwogen werden. Zahnersatz wird öfter benötigt, als man denkt und kostet sehr viel Geld.
Ruhestand
Mit Abschluss des Berufslebens und dem Einstieg in den Ruhestand werden dann
Berufsunfähigkeitsversicherung und Risikolebensversicherung unnötig, da Einkommens- und Hinterbliebenensicherung überflüssig werden. Dagegen ist die Haftpflichtversicherung sowie die Pflegezusatzversicherung weiterhin ein Muss. Auch Unfall- und Hausratversicherung sollten weiterhin zum umfassenden Schutz dazu gehören. Eine Auslandskrankenversicherung sowie andere Reiseversicherungen (wie die Reiserücktrittsversicherung) machen ein sorgenfreies Verreisen möglich.
Wer zu Beginn seines Rentenalters eine größere Summe, bspw. aus einer kapitalbildenden Versicherung, ausgezahlt bekommen hat, der wird eventuell die Möglichkeit einer Sofortrente (eine Form der privaten Rentenversicherung) schätzen. Hier kann ein größerer Betrag eingezahlt und sofort verrentet werden.
Haustiere/Tierhaltung
Wer Tierhalter ist, kann sich gegen die durch das Tier verursachten Schäden mit einer Tierhalter-Haftpflichtversicherung absichern. Das gilt besonders für Halter von Kampfhunden, Pferden, giftigen oder anderweitig gefährlichen Tieren. Darüber hinaus kann der Abschluss einer Krankenversicherung fürs Tier sinnvoll sein. Auch für besonders wertvolle Tiere gibt es Policen, wie bspw. die Lebensversicherung für Rennpferde.
Hausbau
Bauherren haben einen ganz speziellen Versicherungsbedarf. Dieser unterscheidet sich nach der Art des Baus sowie nach Bauphasen. Von der Kreditabsicherung über die Anmeldung der Bauhelfer bis hin zur Feuerrohbauversicherung muss der Bauherr an alles denken. In unserem Bauherren-Guide, einem Ratgeber rund um den Hausbau und Versicherungen, finden Sie die verschiedenen Bauphasen und die dazugehörigen Versicherungen. Zudem finden sich dort viele hilfreiche Erklärungen und Checklisten.
Immobilienbesitz/Sicherheit
Blitzschlag/Feuer: In den Policen der Hausratversicherung, Wohngebäudeversicherung, Kfz-Versicherung, Geschäftsinhaltsversicherung, Betriebsunterbrechungsversicherung sowie der Elektronikversicherung können Schäden durch Blitzschlag mit abgesichert werden. So können Sie teure Elektrogeräte, wie PC, Telefon, Stereoanlage, DVD-Player usw. durch Blitzeinschläge absichern. Schauen Sie sich hierbei unbedingt genau ihre Vertragsbedingungen an.
Diebstahl und Raub: Die Hausratversicherung schützt bei Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus. Wenn es so vereinbart wurde, zahlt die Versicherung sogar bei Diebstahl von Gartenmöbeln oder Einbruchdiebstahl im Auto. Auch für Gewerbeobjekte gibt es entsprechende Pendants (Betriebsinhalts- bzw. Inventarversicherung). Wessen Immobilie sich in besonders gefährdeten Gebieten befindet, der sollte auf entsprechenden Versicherungsschutz unbedingt achten. Fünfzig Prozent aller Einbrüche geschehen am Tage. In den Zeiten, in den es früher dunkel wird, steigt die Anzahl der Einbrüche noch einmal an. Gegen den Diebstahl bzw. Raub von Fahrrädern kann man sich mit einer Zusatzversicherung zur Hausratversicherung versichern, bei Diebstahl von Autos zahlt die Kaskoversicherung. Der Unterschied zwischen Diebstahl und Raub ist, dass ein Raub unter Anwendung von Drohung, Nötigung oder sogar Gewalt erfolgt.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Ratgeber
Bedarf an Versicherungen – Welche Versicherung brauche ich?.
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